Im Evangelium am Sonntag, und in diesen Tagen immer weiter, geht es um Jesu Rede vom guten Hirten. Und es geht um die Schafe, seine Herde, die sich am dunklen, düsteren Tag verlaufen haben und natürlich von ihm als gutem Hirten, der dem verirrten Schaf nachgeht und so lange sucht, bis er es gefunden hat. Und noch stärker: Jesus sagt, dass er sogar 99 Schafe zurücklässt, um das eine verirrte Schaf zu suchen und zurückzubringen.
Es gab und gibt viele Hirten in unserer Kirche, wie Petrus Canisius, den wir heute feiern, die diesen Dienst tatsächlich mit viel Liebe und Hingabe und Engagement getan haben und immer noch tun. Aber bei vielen Menschen kommt eher an, dass die eigentlich geweihten Hirten ihre Herde kaum noch im Blick haben, sondern mit Verwaltung, Karriere und Rechtsstreitigkeiten beschäftigt sind. Und das einzelne Schaf, das sich auf dem Weg hinter Jesus her in dieser Kirche einfach verlaufen hat, überhaupt nicht mehr im Blick, geschweige denn, dass der Hirte ihm durch Dornen und Gestrüpp nachgeht, es sucht, es liebevoll zurückholt.
Ein Text von Gerhard Mevissen, den ich gestern gelesen habe, hat mich da sehr berührt. Er schreibt: Das Schaf hört den Hirten nicht mehr. Es bleibt zurück, gerät ins Unwegsame. Der Hirte verliert es aus dem Blick. Barfuß über steinigem Grund geht dem Schaf eine Hirtin nach, mit brennendem Herzen und holt es heim. Dem Schaf, das sich verirrt hat, ist es garantiert egal, von wem es gesucht und gefunden wird. Es geht um Liebe und Hingabe an den Dienst, den man tut und für den man bestellt ist.
Seien Sie doch heute in dem, was Sie zu tun haben, Hirt oder Hirtin für Ihre Mitmenschen und somit Nachfolger und Nachfolgerinnen des guten Hirten Jesus Christus.