Mögen Sie Pflaumen oder besser gesagt Zwetschgen? Die kleinen süßen lilablauen Früchtchen? Ich mag sie sehr. Und vor ein paar Tagen haben wir aus einem Garten in unserer Straße vier Eimer voll dieser Sommerpracht gepflückt und geschenkt bekommen. Und ich habe einer Schwester aufgezählt, was wir alles damit gemacht haben. "Einen schnellen Kuchen gebacken, schon für den Mittag. Einen großen Bräter voll Zwetschgen aufgesetzt für Pflaumenmus nach altem Rezept. Viele Gläser mit Marmelade und noch mehr mit Kompott." "Meine Güte, du erzählst das mit solcher Begeisterung", kam ein bisschen neidisch von ihr zurück. Aber so ist das eben. Was wir lieben und gerne machen, was uns leicht von der Hand geht und worin wir uns auskennen, das weckt Spaß und Freude bei der Arbeit und eben Begeisterung. Im Duden heißt es lapidar zu dem Wort Begeisterung: "Zustand, freudiger Erregung, leidenschaftlichen Eifers, von freudig erregter Zustimmung, leidenschaftlicher Anteilnahme, getragener Tatendrang, Hochstimmung."
Aber wir wissen auch: Sind wir begeistert, sind wir seltsam erfüllt mit Energie, mit Leidenschaft, mit Freude. Wer begeisterungsfähig ist, besitzt die besondere Gabe, sich mit Geist erfüllen zu lassen. Wer begeistert ist, der brennt und wer brennt, entzündet andere. Und dann ist es eigentlich gleich, wofür Sie sich begeistern lassen. Für das Marmelade kochen oder die Sonntagspredigt vorbereiten. Für die Festplanung, für das Wochenende oder den Spielnachmittag mit den Kindern. Für die Abgabe einer Arbeit oder ein paar Stunden Buddeln im Garten.
Und für heute kann es eine Idee sein, auch mal lange nach Pfingsten um den Heiligen Geist zu bitten, damit wir ein bisschen begeisterter sind für das, was heute dran ist. Komm Heiliger Geist und lass die Funken sprühen zwischen dir und mir, zwischen mir und den Mitmenschen, damit wir wieder mehr Feuer und Flamme werden für deine Welt.