Zunächst mal geht es hier um rüde Manieren, der feinen Gesellschaft. Das wird klar, wenn man den vollständigen Spruch kennt, der da heißt: "Mit hohen Herren ist nicht gut Kirschen essen: Sie spucken einem die Kerne ins Gesicht." Seit dem Mittelalter gibt es mehrere Varianten dieses Spruchs. Er kommt auch in der Fabelsammlung "Der Edelstein" des Dominikanermönchs Ulrich Boner von 1350 vor.
Der Hintergrund: Kirschbäume waren damals noch nicht so weit verbreitet. Sie wurden lediglich in den Gärten der Klöster und der Reichen angepflanzt. Die sollen sich dann zum gemeinsamen Kirschenessen getroffen haben. Wenn ihnen da jemand nicht passte oder als geringer angesehen wurde, sollen sie ihn mit Kirschkernen bespuck oder mit Kirschstielen beworfen haben.
"Bischofs-Bezug"
Der "Bischofs-Bezug" liegt darin, dass es auf Schloss Hirschstein im Jahre 1291 einen, gelinde gesagt, unangenehmen Zwischenfall gegeben haben soll.
Schlossherr war der Bischof von Meißen. Der gab vor, sich mit seinem Rivalen, dem Markgrafen von Meißen, zu versöhnen – dazu bot er ihm Kirschen an. Die waren aber vergiftet und kurz darauf starb der Markgraf dann … Kein "gutes Kirschen essen" also.
Nachzulesen ist der Zwischenfall in dem Buch „Die Geschichte der Domkirche zu Meissen“.