Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge. Hier lebt Nathan, ein angesehener und reicher jüdischer Kaufmann mit unbekannter Vergangenheit. Von einer langen Reise zurückgekehrt, erfährt er, dass seine (Zieh-)Tochter Recha bei einem Brand fast ums Leben gekommen sei. Nur das beherzte Eingreifen eines jungen Tempelritters konnte die Katastrophe verhindern. Nathan will dem unbekannten Retter danken und stößt er auf schroffe Ablehnung. Als dann noch der Sultan Saladin, in finanziellen Nöten, Nathan zu sich rufen lässt, überstürzen sich die Ereignisse inmitten der Interessen von Christen und Muslimen – und des Juden Nathan.
Seit zweihundertsechsundzwanzig Jahren wirbt dieses „dramatische Gedicht“ auf deutschen Bühnen für den Glauben an die Vernunft. Hat Lessings – bei näherer Betrachtung des gegenwärtigen Zustands der Welt – utopisch anmutender Glaube an die Aufklärung und den Humanismus heute noch Chancen auf Verwirklichung? Oder liegen seine Dimensionen – wie in der „Ringparabel“ im Stück – in „tausend, tausend Jahren“?
Ein dramatisches Gedicht
Nathan der Weise
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