04.05.2005

Nachrichtenarchiv 05.05.2005 00:00 Überraschende Wendung im US-Folter-Prozess

Der Prozess gegen die US-Soldatin Lynndie England wegen des Folterskandals im irakischen Gefängnis Abu Ghraib muss neu aufgerollt werden. Denn der zuständige Richter beschloss, er könne dass Schuldgeständnis Englands nicht akzeptieren. Entscheidend war die Aus-sage von Englands Vorgesetzen Charles Graner. Er hatte am Mittwoch ausgesagt, dass die Fotos, auf denen England einen auf dem Boden liegenden nackten Iraker an einer Hundeleine hält, legitim und zu Ausbildungszwecken gemacht worden seien. England sei lediglich Befehlen gefolgt. Die Richter betrachten dies als Widerspruch zu dem Schuldeingeständnis Englands. Sie hätte auf nicht schuldig plädieren müssen, wenn sie nur Befehlen gefolgt sei. Offen bleibt, wann ein neues Verfahren gegen Lynndie England beginnt. In der kommenden Woche steht eine weitere Angeklagte im Folterskandal vor Gericht.