30.11.2004

Nachrichtenarchiv 01.12.2004 00:00 Bundeswehr-Skandal: Nun auch Fälle in Karlsruhe, Stuttgart, Mayen

Der Mißhandlungs-Skandal in der Bundeswehr weitet sich offenbar aus. Betroffen diesmal: zwei Kasernen in Stuttgart und Bruchsal bei Karlsruhe. Laut dem Verteidigungsministerium weisen die Mißhandlungsfälle dort Ähnlichkeiten zu den Vorgängen im münsterländischen Coesfeld auf. Nach Zeitungsinformationen soll es in Stuttgart eine simulierte Geiselnahme mit Scheinerschießungen gegeben haben. Das Kölner Boulevardblatt "Express" berichtet unter Berufung auf einen Ex-Soldaten, im rheinland-pfälzischen Mayen habe es sogar einen achtstündigen Folterunterricht gegeben. - Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, will die Bundeswehr fünf der beschuldigten Coesfelder Ausbilder fristlos kündigen. Gegen 30 weitere Coesfelder Ausbilder wird noch ermittelt. Sie sollen Rekruten gefesselt und unter anderem mit Stromstößen malträtiert haben. Inzwischen hat Verteidigungsminister Struck bestätigt, daß es an zehn Bundeswehr-Standorten zu Misshandlungen gekommen sein soll. Er stand dem Verteidigungsausschuß des Bundestages heute (Mittwoch) Rede und Antwort.