Studie: Mehrheit der Europäer für EU-Zusammenarbeit bei Pandemie

 (DR)

91 Prozent der Europäer wünschen sich einer Studie zufolge bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie eine engere Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten. An die Corona-Regeln der einzelnen Regierungen halten sich 90 Prozent der EU-Bürger, wie es in einer am Dienstag von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Untersuchung heißt. Mehr als zwei von drei Europäern (70 Prozent) tragen nach eigenen Angaben eine Maske, wenn sie von vielen Menschen umgeben sind.

Insbesondere Menschen, die laut Befragung über ein hohes Einfühlungsvermögen verfügen, halten sich demnach an die coronabedingten Vorgaben. Von den 55 Prozent der Europäer mit einem hohen Emphatie-Level setzen 93 Prozent die Vorschriften um. 76 Prozent von ihnen tragen konsequent eine Maske. Zu ihnen gehören besonders Personen, die älter, weiblich und politisch links der Mitte einzuordnen sind. Von den Menschen mit niedrigem Emphathie-Level halten sich 86 Prozent an die Corona-Regeln, 64 Prozent nutzen einen Mund-Nase-Schutz.

"Empathie ist eine wertvolle Ressource, wenn es darum geht, die Bürger Europas für gemeinsame europäische Politik zu gewinnen", erklärte die Eupinions-Gründerin Isabell Hoffmann. Auch gibt es laut Studie nur eine schwache Tendenz, einzelnen Staaten die Schuld am Ausbruch der Pandemie zu geben. 72 Prozent der Europäer machen nicht ein einzelnes Land für das Virus verantwortlich.

Das Meinungsforschungsinstitut Eupinions, das zur Bertelsmann Stiftung gehört, befragte den Angaben zufolge im Juni 2020 knapp 13.000 Menschen aus sieben Ländern der Europäischen Union. (KNA / 15.12.20)