09.10.2004

Nachrichtenarchiv 10.10.2004 00:00 Thierse: Ostdeutsche können Erfahrungen mit Umbruch einbringen

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat kritisiert, daß die deutsche Einheit nicht auch im Westen zu einschneidenden Veränderungen geführt habe. Deshalb sei das Ungleichgewicht zwischen den alten und neuen Bundesländern verstärkt worden. Das sagte Thierse bei einer Podiumsdiskussion in Dresden zum 15. Jahrestag der friedlichen Revolution in der DDR im Herbst 1989. Die Ostdeutschen hätten zu lange mit "dem Blick in den Westen" gelebt. Dadurch sei nach der Wiedervereinigung selbst das "Unsinnigste" aus dem Westen übernommen worden. Jetzt sei überall Reformbedarf vorhanden und das Land müsse gemeinsam geändert werden. Dabei könnten die Ostdeutschen "gewichtige Erfahrungen" ihres Umbruchs einbringen, so Thierse.