11.08.2004

Nachrichtenarchiv 12.08.2004 00:00 Priesterseminar St. Pölten ab sofort geschlossen

Das Priesterseminar des österreichischen Bistums St. Pölten ist mit sofortiger Wirkung geschlossen. Die Vorfälle im vergangenen Studienjahr hätten es notwendig gemacht, völlig neu anzufangen. Das sagte der Päpstliche Visitator, Bischof Klaus Küng, heute bei einer Pressekonferenz in St. Pölten. Es habe schwer wiegende Fehlentwicklungen in den vergangenen Jahren gegeben. Alle bisherigen und zukünftigen Priesteramtskandidaten müssen sich einem neuen Aufnahmeverfahren unterziehen. Die katholische Hochschule St. Pölten bleibe jedoch auch im nächsten Studienjahr geöffnet. Der Vatikan hatte Bischof Küng nach dem Sex-Skandal in St. Pölten als Visitator eingesetzt. Die Polizei hatte auf Computern in dem Priesterseminar insbesondere Tausende kinderpornographische Photos entdeckt. - Zur Rolle von Diözesanbischof Krenn bei den Vorfällen sagte der Visitator, daß der Bischof wohl zu sehr auf die leitenden Personen im Seminar vertraut habe und vieles einfach nicht wahrhaben wollte. Ob und inwieweit auch die mittlerweile zurückgetretenen Leiter des Seminars, Regens Ulrich Küchl und Subregens Wolfgang Rothe, in homosexuelle Praktiken involviert waren, sei noch nicht voll geklärt. Mit Rothe sei vereinbart worden, daß er seine weiteren Funktionen in der Diözese bis auf weiteres niederlegt. Küchl sei nach wie vor Pfarrer seiner beiden Pfarreien.