15.07.2004

Nachrichtenarchiv 16.07.2004 00:00 Urteil: auch Beratung schwangerer ohne Schein muss gefördert werden

Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig haben staatlich anerkannte Schwangerenberatungsstellen generell Anspruch auf öffentliche Förderung. Dies gilt unabhängig davon, ob die Einrichtungen den für eine straffreie Abtreibung erforderlichen Beratungsschein ausstellen oder nicht. Das Urteil betrifft insbesondere die katholischen Beratungsstellen, die auf Weisung des Papstes keine Beratungsscheine mehr ausstellen dürfen. Im domradio begrüßte die Leiterin von Esperanza, der Schwangerenberatungsstelle des Erzbistum Köln, Christa Pesch das Urteil und sagte, man könne nun wieder stärker bei Fragen des Lebensschutzes in die Gesellschaft einbringen. Geklagt hatte der Sozialdienst katholischer Frauen. Deren Beratungsstellen wurde die öffentliche Förderung entzogen, nachdem die katholische Kirche im Jahr 2000 das staatliche System der Schwangerschaftskonfliktberatung verlassen hatte.