11.07.2004

Nachrichtenarchiv 12.07.2004 00:00 Prälat Jüsten gegen bundeseinheitliche Feiertage

In der Diskussion um längere Arbeitszeiten in Deutschland wird auch über eine mögliche Streichung von Feiertagen nachgedacht. Führende Politiker von Union und FDP sprachen sich am Wochenende dafür aus, die Zahl der Feiertage in Deutschland auf ein einheitliches Niveau zu reduzieren. Dies lehnt Prälat Dr. Karl Jüsten vom katholischen Büro in Berlin ab. Im domradio sagte er, Deutschland sei ein kulturell unterschiedlich geprägtes Land. Daher sollen die Bundesländer gemäß ihrer konfessionellen Prägung die Feiertage weiterhin individuell halten können. Das Beispiel Bayern zeige darüberhinaus, daß Bundesländer mit den meisten kirchlichen Feiertagen wirtschaftlich gut dastehen können, so Jüsten weiter. Dagegen habe die Abschaffung des Buß- und Bettages zur Finanzierung der Pflegeversicherung die Erwartungen nicht erfüllt. Auch Katholische Bischöfe haben die Feiertagsordnung in Deutschland verteidigt. Der Münchener Kardinal Friedrich Wetter sieht derzeit keinen Anlass, über eine Streichung zu diskutieren. "Feiertage sind ein hohes religiöses, aber auch kulturelles Gut". Das sagte der Kardinal in München. Auch der Fuldaer katholische Bischof Heinz Josef Algermissen übte Kritik an Forderung von CDU- und FDP-Politikern nach einer Streichung von Feiertagen. Stattdessen solle lieber über eine verlängerte Wochenarbeitszeit oder weniger Jahresurlaub nachgedacht werden, so Algermissen.