07.07.2004

Nachrichtenarchiv 08.07.2004 00:00 Kontroverse um hessisches Kopftuchverbot

Ein Gesetzentwurf der CDU im hessischen Landtag, mit dem muslimischen Lehrerinnen das Tragen des Kopftuchs im Unterricht verboten werden soll, ist bei Verfassungsrechtlern auf Bedenken gestoßen. Die im Grundgesetz garantierte Gleichbehandlung der Religionen werde nicht berücksichtigt, so die Kritik. Auf Ablehnung stieß ebenfalls die im Gesetzentwurf vorgesehene Möglichkeit, das Kopftuchverbot auf den gesamten öffentlichen Dienst auszudehnen. Demgegenüber warnte der Mainzer Professor für Öffentliches Recht, Hufen, vor einer «Laizismus-Falle». Die Verfassung verlange nicht die Gleichbehandlung von Ungleichem. Das Kopftuch sei sowohl religiöses als auch politisches Symbol und könne großen Einfluss gerade auf Grundschulkinder haben. Das gelte für das christliche Kreuz nicht, so Hufen.