Religionsvertreter in Mali planen Friedensappell

Konflikte mit Friedensappell beenden

In Mali hat es in den vergangenen Wochen erneut Anschläge gegeben. Religionsvertreter haben nun zu einem Friedensappell über die Konfessionsgrenzen hinaus aufgerufen, um Konflikte und Missverständnisse zu beenden.

Zwei junge Mädchen in Mali / © Riccardo Mayer (shutterstock)
Zwei junge Mädchen in Mali / © Riccardo Mayer ( shutterstock )

In Mali haben sich am Wochenende Vertreter verschiedener Religionen getroffen und zu einem friedlichen Miteinander aufgerufen. Unter den Teilnehmern waren der katholische Erzbischof von Bamako, Kardinal Jean Zerbo, Ousmane Haidara, Präsident des hohen islamischen Rates, sowie Imam Mahmoud Dicko, der das Treffen initiiert hatte. 

In einer Mitteilung betonten sie, nicht länger zu der anhaltenden Krise in Mali schweigen zu wollen.

Friedensappell über die Konfessionsgrenzen hinweg

Über die Konfessionsgrenzen hinweg wollen die Geistlichen einen Friedensappell starten, um Missverständnisse und Konflikte zu beenden. Dazu soll ein Memorandum verfasst und ein Friedensgebet initiiert werden.

In Mali hatte es in den vergangenen Wochen erneut schwere Anschläge mit Dutzenden Toten gegeben. Derzeit sind besonders das Zentrum des Landes sowie die Region Gao betroffen. Aktiv sind die Terrorbewegungen Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime (JNIM) und dem Islamischen Staat in der größeren Sahara (EIGS). 

Beobachtern zufolge verbreiten sie eine salafistische Ideologie und versuchen, ein Kalifat zu errichten.

Mali

Mali ist ein Binnenstaat in Westafrika, etwa dreieinhalb mal so groß wie Deutschland. Schätzungsweise 85 bis 90 Prozent der rund 19 Millionen Einwohner bekennen sich zum sunnitischen Islam.

Zwei von drei Einwohnern sind jünger als 25 Jahre. Das enorme Bevölkerungswachstum des vielsprachigen Vielvölkerstaates zählt zu den größten weltweit. Die Landwirtschaft macht mehr als 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und beschäftigt bis zu 80 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung.

Dogon Village Songo, Bandiagara im westafrikanischen Mali. / © Svejgaard (shutterstock)
Dogon Village Songo, Bandiagara im westafrikanischen Mali. / © Svejgaard ( shutterstock )
Quelle:
KNA