Neue Texte auf Qumranrollen identifiziert

Spektakuläre Entdeckung

Sie zählen zu den wichtigsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts. Die Qumran-Rollen enthalten 2000 Jahre alte jüdische Texte. Mit Hilfe einer Multispektralaufnahme sind jetzt weitere Buchstaben lesbar gemacht worden.

Ein Auszug aus den Qumran-Rollen: Genesis 1.1 aus dem Alten Testament / © Shai Halevi (dpa)
Ein Auszug aus den Qumran-Rollen: Genesis 1.1 aus dem Alten Testament / © Shai Halevi ( dpa )

Vermeintlich leere Fragmente der Schriftrollen vom Toten Meer sind doch beschrieben. Ein Forscherteam um Joan Tayler vom Londoner King's College entdeckte durch Multispektralaufnahmen einzelne Buchstaben sowie Teile eines Bibeltexts, wie die Onlinezeitung "Times of Israel" am Mittwoch unter Berufung auf die Universität Manchester berichtete.

Die Forscher untersuchten demnach 51 für das bloße Auge leer erscheinende Fragmente der "Reed-Sammlung" für eine neue Studie. Auf vier Fragmenten wurden mit Ruß-Tinte geschriebene hebräische oder aramäische Versatzstücke gefunden. Weitere Fragmente enthielten Linien sowie Überreste einzelner Buchstaben.

Vier Zeilen Text

Das größte Textstück ist laut Bericht vier Zeilen lang. Die meisten Buchstaben sind nur unvollständig erhalten, lesbar ist unter anderem das Wort "Schabbat". Die Forscher gehen davon aus, dass es sich bei dem Text um den Beginn des 46. Kapitels des Ezechielbuchs handeln könnte. Dort heißt es: "So spricht Gott, der Herr: Das Osttor des inneren Vorhofs soll an den sechs Werktagen geschlossen bleiben, nur am Sabbat soll es geöffnet werden und am Neumondtag soll es geöffnet werden." Die Fragmente sollen laut Bericht weiter analysiert werden.

Die Pergamentfragmente der sogenannten "Reed-Sammlung" stammen aus Ausgrabungen in den Höhlen von Qumran am Toten Meer. In den 1950er Jahren kamen sie durch die jordanische Regierung nach Großbritannien, wo sie für Materialanalysen genutzt wurden.

Die Qumran-Rollen sind eine Sammlung hebräischer und aramäischer Schriften, die 1947 von zwei Ziegenhirten in Höhlen entdeckt wurden. Sie zählen zu den wichtigsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts und enthalten 2.000 Jahre alte jüdische Texte, darunter auch Abschriften aus der Bibel. 

Grabeskirche in Jerusalem

Grabeskirche in Jerusalem (epd)
Grabeskirche in Jerusalem / ( epd )

Die Grabeskirche  im christlichen Viertel in der Jerusalemer Altstadt wurde ursprünglich 325 nach Christus unter Helena, der Mutter des römischen Kaisers Konstantin, erbaut. Sie soll sich der Überlieferung nach an der Stelle befinden, wo Christus nach seinem Tod am Kreuz beerdigt wurde und wieder auferstand. 

Quelle:
KNA