Juden-Vertreter kritisieren AfD-Einzug in Bayerns Landtag

"Eine schlechte Nachricht für unser Land"

Die Landtagswahl in Bayern zeigt viel Veränderung in der Parteienlandschaft. Während die CSU ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950 erreichte, verzeichnete die AfD das größte Plus. Juden-Vertreter kritisieren derern Einzug in Bayerns Landtag.

Bayernwahl: Plakate der AfD  / © Armin Weigel (dpa)
Bayernwahl: Plakate der AfD / © Armin Weigel ( dpa )

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat den erstmaligen Einzug der AfD in den bayerischen Landtag verurteilt. Laut Schuster müssen nun alle Demokraten der AfD entschieden entgegentreten, wie der Zentralrat am Sonntagabend in Berlin mitteilte. "Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die AfD in die Bedeutungslosigkeit zu versenken", so Schuster weiter. Denn die AfD sei eine Partei, die gegen Minderheiten hetze, die die Religionsfreiheit einschränken wolle und Antisemiten in ihren Reihen dulde.

Ähnlich äußerte sich die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch. Der AfD-Einzug sei "eine schlechte Nachricht für unser Land und seine über Jahrzehnte gewachsene demokratische Kultur", sagte sie in München. Die AfD werde im Freistaat wiederholen, was sie in anderen Bundesländern vorgemacht habe: "Sie wird aufwiegeln, sie wird provozieren und sie wird die Sacharbeit behindern, indem sie Debatten meilenweit an den Fakten vorbeiführt."

Die anderen Parteien müssten aus den Wahlergebnissen die richtigen Lehren ziehen, damit die starke Präsenz im Landtag die Ausnahme bleibe, forderte Knobloch. Dies betreffe auch eine schnelle Regierungsbildung: "Bayern braucht nun zügig eine stabile Regierung. Nur mit einer überzeugenden Politik kann verhindert werden, dass das heutige Ergebnis lediglich der Auftakt zu einer noch größeren Katastrophe im Jahr 2023 ist."

Katholisches Jugendsozialwerk: "Nicht geschafft, Ängsten zu begegnen"

Das Katholische Jugendsozialwerk München (KJSW) erklärte, eine Ursache für die hohe Zahl an Wählerstimmen am rechten Rand sei die Tatsache, dass es die politisch Verantwortlichen in Bayern bisher nicht geschafft hätten, den sozialen Ängsten der Bevölkerung couragiert zu begegnen. "Wir als Träger sozialer Arbeit werden täglich damit konfrontiert, wie schwer es für viele Menschen heute unter anderem aufgrund der hohen Mieten ist, ein Leben in Würde zu führen", so das KJSW.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft von Christlich-Demokratischer Arbeitnehmerschaft (CDA) und Christlichem Gewerkschaftsbund (CGB) in Bremen warnte nach den Stimmenverlusten bei der CSU vor einem Rechtsruck in der Union. "Notwendig ist vielmehr eine klare Abgrenzung der CDU nach rechts und zur AfD."


Quelle:
KNA