Am 17. April findet ein Gottesdienst und staatlicher Trauerakt für die Opfer der Flugzeugkatastrophe statt. Die Feier im Kölner Dom soll um 12 Uhr beginnen. Erwartet werden dazu neben Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auch Vertreter aus Frankreich, Spanien und anderen Ländern, aus denen die Opfer der Flugkatastrophe stammten. Auch der Bevölkerung solle die Möglichkeit geboten werden, an der Trauerfeier im Dom teilzunehmen.
Dem Gottesdienst werden der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, vorstehen. Ferner sollen die Leiter jener Diözesen und Landeskirchen eingeladen werden, in denen viele Angehörige der Opfer wohnen. Wer als Vertreter der Kirchen an dem Gottesdienst teilnehmen wird, sei noch in der Planung, sagten Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Steinhäuser: Trauer um jeden einzelnen Toten
Bereits am Freitagabend haben die evangelische und katholische Kirche in Düsseldorf mit einem Gottesdienst der Opfer des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen gedacht. Im Gedenken an die Toten, von denen viele aus Nordrhein-Westfalen stammen, brannten 150 Kerzen vor dem Altar. Der Gottesdienst in der Basilika St. Lambertus stieß auf große Resonanz - rund 350 Besucher drängten sich auf Bänken und Stühlen, einige mussten auch stehen.
"Fassungslos stehen wir vor dieser Katastrophe", sagte Stadtdechant Rolf Steinhäuser in dem ökumenischen Gottesdienst. Es sei "gut, dass wir zusammen hier sind". Man trauere um jeden einzelnen der Toten, auch den Täter. Niemand könne von sich sagen, "auf so etwas vorbereitet zu sein".
Hilflosigkeit und Erschütterung
Die Düsseldorfer Superintendentin Henrike Tetz sprach sich dafür aus, Trauer und Hilflosigkeit zuzulassen. "Wir fassen es nicht, dass jemand den Tod sucht und nicht nur sein Leben, sondern auch das Leben vieler anderer zerstört", sagte sie. Es tue gut, "geborgen im Haus Gottes unsere Hilflosigkeit zuzulassen".
Tetz erinnerte daran, dass einige der Absturzopfer in Düsseldorf gelebt und gearbeitet hatten. Sie "waren unsere Freunde, Kollegen, Nachbarn", sagte die Düsseldorfer Superintendentin. "Wir sind erschüttert darüber, wie schnell Menschen schuldlos in den Tod gerissen werden." Das Unglück mache bewusst, wie gefährdet und zerbrechlich das Leben sei.
Der Gottesdienst gab den Besuchern auch die Möglichkeit, mehrere Minuten schweigend der Opfer zu gedenken. Auch mehrere Notfallhelfer standen den Besuchern für Gespräche zur Verfügung. In den Fürbitten wurde auch an das Schicksal des mutmaßlichen Täters erinnert.