Kardinal wünscht sich weiterhin Benediktiner für Abtei Siegburg

Tradition fortführen

Das Erzbistum Köln hat klare Vorstellungen zur Zukunft des Benediktinerklosters auf dem Siegburger Michaelsberg. Kardinal Joachim Meisner wünscht sich, dass die Abtei auch weiterhin von einer Ordensgemeinschaft benediktinischer Prägung betrieben wird.

Die Abtei Michaelsberg in Siegburg / © Robert Boecker (DR)
Die Abtei Michaelsberg in Siegburg / © Robert Boecker ( DR )

Das Erzbistum teilte am Mittwoch mit, Kardinal Meisner habe bereits Kontakt zum Abtprimas der Benediktiner, Notker Wolf, aufgenommen. Der Orden hatte Anfang November die Schließung der Abtei 946 Jahre nach ihrer Gründung für Mitte kommenden Jahres angekündigt.



Vorangegangen war eine geheime Abstimmung der Mönche. Als Gründe für die Auflösung gab der Hausobere, Pater Christian Dieckmann, finanzielle Sorgen und personelle Gründe an. Nach Meisners Worten sei es das Beste, wenn die fast 1000-jährige benediktinische Tradition an diesem Ort fortgeführt werde.



Lösung wird brauchen

Angesichts der Personalprobleme werde es aber noch eine Weile dauern, bis eine Lösung gefunden sei, so der Kardinal. Auf dem Michaelsberg lebten und arbeiteten bislang zwölf Ordensbrüder. Nach dem Auflösungsbeschluss hatte es geheißen, sie müssten sich ein neues Zuhause in einem der mehr als 30 Benediktinerklöster in Deutschland suchen.



Unterdessen traten die Legionäre Christi Spekulationen entgegen, wonach ihr Orden eine Dependance in Siegburg plane. "Wir waren selbst überrascht, dass wir ins Gespräch gekommen sind", sagte Ordens-Sprecher Karl-Olaf Bergmann dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch). Darüber habe es aber zu keinem Zeitpunkt Gespräche gegeben. Die besonders in der Kinder-, Jugend- und Familienseelsorge sowie im katholischen Bildungswesen tätigen Legionäre Christi betreiben Einrichtungen in Bad Münstereifel, Düsseldorf und Köln.



Die Abtei Michaelsberg wurde 1064 vom Kölner Erzbischof Anno II. gegründet, der in dem Kloster begraben liegt. Zwischenzeitlich mussten die Mönche während der Säkularisierung und der NS-Zeit das Klosterleben aufgeben. Die durch Bomben völlig zerstörte Abtei wurde nach Kriegsende wieder errichtet. Seit 1997 beherbergt ein Teil der Anlage das Edith-Stein-Exerzitienhaus des Erzbistums Köln. Bereits im Sommer hatten die Benediktiner auf dem Michaelsberg zur Existenzsicherung ihre Buch- und Kunsthandlung sowie das Hotel-Restaurant "Abtei-Stuben" geschlossen. Die Zukunft des "Siegburger Abtei-Liqueurs" ist nach wie vor offen.