Zeitgleich durchsuchte die Polizei auch das Büro einer unabhängigen Wahlbeobachterorganisation auf "subversives Material", das darauf abziele, die gewählte Regierung zu stürzen.
Die Menschenrechtsorganisation amnesty international verurteilte das Vorgehen der Behörden. "Die simbabwische Polizei muss sofort aufhören, politische Aktivisten und Menschenrechtler zu quälen, und tätig werden, um die Opfer der Gewalt nach den Wahlen zu schützen", erklärte die Organisation in London.
Auch der Weltkirchenrat in Genf äußerte sich besorgt über die Lage in dem afrikanischen Land. Ein Ergebnis der Präsidentenwahl vom 29. März wurde immer noch nicht veröffentlicht.
Mugabe: Gewalt und Einschüchterungen
Simbabwes Staatschef Robert Mugabe (84), der für eine sechste Amtszeit kandidiert, will sich offenbar mit Gewalt und Einschüchterungen genügend Stimmen für den Sieg in einer möglichen Stichwahl gegen Oppositionsführer Morgan Tsvangirai sichern. Die Opposition ist aber überzeugt, dass Tsvangirai die Wahl in der ersten Runde schon mit über 50 Prozent der Stimmen gewonnen hat.
Bei ihrer Razzia am Freitag im Oppositionsbüro in der Hauptstadt Harare verhaftete die Polizei zumeist Menschen, die sich dort vor Übergriffen der Sicherheitskräfte und Mugabe-Anhängern in Sicherheit bringen wollten. Die Polizisten waren in Kampfanzügen angerückt. "Sie kamen in Bussen und auf Lastwagen und führten Personen ab, die bei uns Zuflucht gesucht hatten", erklärte MDC-Sprecher Nelson Chamisa.
Praktisch zeitgleich erfolgte die Durchsuchung in den Büros der unabhängigen Organisation für Wahlbeobachtung, dem Zimbabwe Electoral Support Network. Die Gruppe hatte selbst ein Wahlergebnis ermittelt, das als recht seriös gilt. Demnach gewann Tsvangirai die Wahl, verfehlte aber die absolute Mehrheit und müsste in die Stichwahl gegen Mugabe.
Berichte über Folter-Lager
Die Opposition klagt seit Tagen über systematische Einschüchterungsversuche durch Polizei und Militär. Tausende Menschen sollen aus ihren Häusern getrieben und Hunderte verhaftet worden sein. Zehn Menschen starben nach Oppositionsangaben. Die Polizei bestreitet dies. Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" berichtete auch von Folter-Lagern.
Chamisa appellierte an Südafrika und andere afrikanische Nachbarländer, für ein Ende der Polizei-Übergriffe zu sorgen. Die Polizei behauptete am Freitag, sie habe das MDC-Hauptquartier gestürmt, weil sie dort die Urheber von Brandanschlägen auf Häuser von Mugabe-Anhängern vermutete.
Polizei stürmt Parteizentrale der Opposition - 375 Menschen verhaftet
Erneute Eskalation in Simbabwe
Noch zu Beginn der Woche hatte die Kirche von Simbabwe vor einem "Völkermord" in ihrem Land gewarnt. Heute hat sich die Situation weiter verschlechtert: Vier Wochen nach den Wahlen hat die Polizei die Zentrale der Oppositionspartei gestürmt. Nach ersten Angaben wurden 375 Menschen verhaftet.
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