13.10.2005

Nachrichtenarchiv 14.10.2005 00:00 Deutsche Hospizstiftung kritisiert Hamburger Justizsenator

Darf man bei schwer kranken Patienten eingreifen und die Geräte abschalten? oder sogar Hilfe zur Selbsttötung leisten ?Schon lange wird in Deutschland über die aktive Sterbehilfe gestritten. Als Hamburgs Justizsenator, Roger Kusch (CDU), die „Legalisierung der Sterbehilfe forderte", liefen Kirchen, Sozialverbände und auch die Deutsche Hospizstiftung Sturm.

Darf man bei schwer kranken Patienten eingreifen und die Geräte abschalten? oder sogar Hilfe zur Selbsttötung leisten ?Schon lange wird in Deutschland über die aktive Sterbehilfe gestritten. Als Hamburgs Justizsenator, Roger Kusch (CDU), die „Legalisierung der Sterbehilfe forderte", liefen Kirchen, Sozialverbände und auch die Deutsche Hospizstiftung Sturm. Es gehe darum, die Autonomie von Patienten zu stärken, sagte Kusch in einem Streitgespräch im NDR-Info-Radio. Man müsse Respekt vor der Entscheidung schwerkranker Patienten haben, sterben zu wollen: «Dafür brauchen wir eine klare rechtliche Lösung, ähnlich wie beim Paragrafen 218, der die Schwangerschaftsabbrüche regelt.» Bei der aktiven Sterbehilfe gehe es um einen vergleichbaren Fall. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann warnte dagegen warnte in dem Gespräch vor einer Legalisierung der Sterbehilfe: «Das wäre ein gefährlicher Weg für die Gesellschaft.» Sie habe allergrößte Furcht vor einem Missbrauch. «Ich möchte nicht in einer Situation leben, in der Menschen Angst haben müssen vor Ärzten oder Pflegekräften.» Käßmann verwies auf die Niederlande, die 2001 als weltweit erstes Land aktive Sterbehilfe legalisiert hatten. Dort seien einer Studie zufolge seitdem auch Menschen getötet worden, die dies nicht ausdrücklich gewünscht hätten. Ein Interview mit Elke Simon, Theologin der Deutschen Hospizstiftung.