09.06.2005

Nachrichtenarchiv 10.06.2005 00:00 Referendum über ein Gesetz zur künstlichen Befruchtung spaltet Italien

Am 11. und 12.06.2005 stimmen die Italiener in einer Volksabstimmung über die Lockerung des Gesetzes zur künstlichen Befruchtung ab. Der Klerus rief die Katholiken in Italien dazu auf, nicht an der Volksbefragung teilzunehmen. Das Referendum ist nur gültig, wenn mindestens 50 Prozent der Wahlberechtigten teilnehmen.

Am 11. und 12.06.2005 stimmen die Italiener in einer Volksabstimmung über die Lockerung des Gesetzes zur künstlichen Befruchtung ab. Der Klerus rief die Katholiken in Italien dazu auf, nicht an der Volksbefragung teilzunehmen. Das Referendum ist nur gültig, wenn mindestens 50 Prozent der Wahlberechtigten teilnehmen. Nach Meinung der oppositionellen Linken verstößt der Kirchenstaat damit gegen die 1929 abgeschlossenen Lateranverträge, in denen sich der Vatikan und Italien gegenseitig als unabhängige und souveräne Staaten anerkennen. Italien hat das strengste Reproduktions- und Bioethikgesetz in Europa. So dürfen nicht mehr als drei Eizellen befruchtet werden, Samen- und Eizellspenden sind verboten und das Einfrieren von Embryonen ist nicht erlaubt. Stammzellenforschung ist verboten. Bei dem Referendum geht es um die Abschaffung mehrerer Klauseln des erst im vergangenen Jahr in Kraft getretenen Gesetzes. Das Referendum soll bestimmen, ob und welche Textpassagen aus dem Gesetz zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung gestrichen und welche beibehalten werden. Es geht um folgende Themenbereiche: Schutz der Gesundheit der Frau; die Befruchtung mit den Samen- oder Eizellen eines Menschen, der nicht zum Paar mit Kinderwunsch gehört; neue Heilverfahren von Krankheiten sowie die Selbstbestimmung der Frau. Ein Interview mit Stefan Kempis, Radio Vatikan