08.05.2005

Nachrichtenarchiv 09.05.2005 00:00 Streit zwischen der Argentinischen Regierung und dem Vatikan droht zu eskalieren- Papst Benedikt XVI

Der Argentinische Präsident Nestor Carlos Kirchner kündigte an, dass Argentinien den Vertrag über die Militärseelsorge von 2002 aufkündigen werde; zugleich erneuerte er die Forderung nach Ablösung des Militärbischofs Antonio Juan Baseotto. Schon im März war der Bischof aus dem argentinischen Staatsdienst entlassen worden.

Der Argentinische Präsident Nestor Carlos Kirchner kündigte an, dass Argentinien den Vertrag über die Militärseelsorge von 2002 aufkündigen werde; zugleich erneuerte er die Forderung nach Ablösung des Militärbischofs Antonio Juan Baseotto. Schon im März war der Bischof aus dem argentinischen Staatsdienst entlassen worden. Der Vatikan bezeichnete diesen Schritt als "Verletzung der Religionsfreiheit", da ein legitimer und vom Heiligen Stuhl ernannter Bischof an der Ausübung seines pastoralen Amtes gehindert werde.Der Bischof hatte den argentinischen Gesundheitsminister Gines Gonzales Garcia aufgefordert, sich wegen seiner liberalen Haltung zu Abtreibung und Verhütung im Meer zu ertränken. Er verwies auf ein Bibelwort aus dem Lukas-Evangelium, nach dem mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen werden solle, wer einem Kind Schaden zufüge.Der Minister hatte Abtreibungen verteidigt und eine Kampagne unterstützt, die Jugendliche zur Verwendung von Verhütungsmitteln aufrief.Die Worte Baseottos sorgten in Argentinien auch deswegen für Empörung, weil das frühere Militärregime tausende Gegner in den Rio de la Plata werfen ließ - die Kirche dazu aber geschwiegen hatte. Ein Interview mit Thomas Wieland, Argentinien-Referent bei Adveniat.