12.04.2005

Nachrichtenarchiv 13.04.2005 00:00 Ethikunterricht in Berlin: Bundestag greift Debatte auf

Der geplante Werteunterricht in Berlin hat am Mittwoch den 13.04.2005 auch den Bundestag. Die Unionsfraktion hatte eine Aktuelle Stunde beantragt. Die Berliner CDU kündigte derweil eine Klage vor dem Landesverfassungsgerichtshof an, sobald ein Gesetzentwurf zum Werteunterricht in das Parlament eingebracht worden ist.

Der geplante Werteunterricht in Berlin hat am Mittwoch den 13.04.2005 auch den Bundestag. Die Unionsfraktion hatte eine Aktuelle Stunde beantragt. Die Berliner CDU kündigte derweil eine Klage vor dem Landesverfassungsgerichtshof an, sobald ein Gesetzentwurf zum Werteunterricht in das Parlament eingebracht worden ist. Ein verpflichtendes Wertefach ohne Abwahlmöglichkeit zugunsten eines Religionsunterrichtes sei mit dem Grundgesetz und dem Recht auf freie Religionsausübung nicht vereinbar, erklärte der CDU-Landesvorsitzende Joachim Zeller. Der Staat dürfe nicht die religiösen Bildungsinhalte in den Schulen bestimmen. Auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) haben sich gegen den in Berlin geplanten verpflichtenden Werteunterricht ausgesprochen, Schüler sollten die Wahlmöglichkeit haben, entweder ihre eigene Religion bekenntnisgestützt kennen zu lernen oder sich neutral über Werte und Religionen informieren zu können. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, hat sich zum Thema in einem offenen Brief an Berlins Oberbürgermeister Wowereit gewandt. Im domradio-Interview erläutert er diesen Schritt.