27.01.2004

Nachrichtenarchiv 28.01.2004 00:00 Ein vergessenes KZ im Todesstreifen

Die Nazis produzierten in Thüringen unterirdisch Teile für die Raketen V1 und die V2, und zwar ganz genau in Mittelbau Dora. Das Konzentrations- und Arbeitslager unterm Harz wurde zum Grab für zehntausende Häftlinge. Ein Nebenlager war das KZ Ellrich. Hier schufteten vor allem Franzosen, Polen, Niederländer und Russen für die Kriegsmaschinerie der Deutschen.

Die Nazis produzierten in Thüringen unterirdisch Teile für die Raketen V1 und die V2, und zwar ganz genau in Mittelbau Dora. Das Konzentrations- und Arbeitslager unterm Harz wurde zum Grab für zehntausende Häftlinge. Ein Nebenlager war das KZ Ellrich. Hier schufteten vor allem Franzosen, Polen, Niederländer und Russen für die Kriegsmaschinerie der Deutschen. Mit 8000 Insassen war es das größte Außenlager von Dora. Hier war die Todesrate am höchsten: Jeder zweite Häftling starb. Nach dem Krieg geriet das KZ in Vergessenheit. Das lag vor allem daran, dass es sich genau im Grenzstreifen zwischen Niedersachsen und Thüringen befindet. Seit knapp sechs Jahren kümmert sich der Verein "Jugend für Dora" um das in Vergessenheit geratene Lager. Bei Workcamps mit europäischen Jugendlichen wurden Teile des Lagers freigelegt und für Besucher zugänglich gemacht. Ein Beitrag von Christian Werner.