Leopoldina gegen weitere Einschränkungen von Gottesdiensten
Eine Gläubige verfolgt den Gottesdienst im Kölner Dom

12.12.2020

Domdechant Kleine hofft auf ausreichend Plätze im Kölner Dom "Nichts Schlimmeres, als dass ein Gottesdienst zum Hotspot wird"

Auch der Kölner Dom bereitet sich auf die Corona-Weihnachten vor. Für die Gottesdienste wird nur eine begrenzte Besucherzahl zugelassen. Dafür können sich Gläubige über die Internetseite oder telefonisch anmelden.

DOMRADIO.DE: Ab dem 14. Dezember können sich Gläubige auf der Internetseite des Kölner Doms anmelden. Wie funktioneriert die Anmeldung?

Domdechant Monsignore Robert Kleine: Zum einen können sich die Interessierten über die Internetseite des Kölner Doms anmelden. Da findet man die einzelnen Weihnachtsgottesdienste an den Feiertagen, die man anklicken kann. Für alle, die keinen Internetzugang haben oder nicht wissen, wie sie das machen sollen, gibt es eine Telefonnummer der Domseelsorge. Dort kann man dann telefonisch den Gottesdienst buchen. Wir haben ein gewisses Kontingent, das auch telefonisch vergeben wird. Aber insgesamt sind es immer nur 250 Plätze im Dom.

Eigentlich sind es 278 Plätze, aber in Absprache mit der Landesregierung hat das Erzbistum entschieden, dass 250 Plätze die Höchstgrenze sind. Sobald diese Plätze entweder übers Telefon oder Internet ausgebucht sind, müssen wir weiteren Interessierten absagen. 250 sind natürlich wenige bei dem großen Interesse, normalerweise waren um 12 Uhr immer 3000 bis 4000 Besucher im Dom.

Wir haben allerdings vier Christmette um 18, 20, 22, 24 Uhr. Das bedeutet, insgesamt 1000 Gläubige können kommen. Ich gehe auch davon aus, dass nicht alle nach Köln kommen werden von außerhalb und einige auch sagen, wir feiern den Gottesdienst zu Hause. Ich hoffe, dass möglichst alle, die Weihnachten - vor allem in der Heiligen Nacht - einen Gottesdienst besuchen möchten, das auch können. Denn auch viele andere Pfarreien haben die Zahl der Gottesdienste erhöht.

DOMRADIO.DE: Sie sind in enger Absprache mit der Landesregierung. Aktuell sind also 250 Plätze im Kölner Dom möglich, wo normalerweise wie viele Menschen reinpassen?

Kleine: Sitzplätze haben wir in der Regel 900. An Weihnachten gibt es noch dichtgedrängt Stehplätze, so dass man auf 3000 bis 4000 Besucher kommt. Aber stehen kann jetzt keiner, und sitzen nur mit Abstand, was ja auch gut ist.

DOMRADIO.DE: Bei "dichtgedrängt" denke ich daran, dass es ein kleines bisschen wärmer ist in dem doch sehr kalten Kölner Dom. Gibt es Planungen, mit beheizbaren Sitzkissen für etwas mehr Wärme zu sorgen?

Kleine: Im Dom haben wir ja keine Heizung. Aber es ist Regel, dass unsere Kirchen nicht beheizt werden, denn durch die meisten Heizungen und das Aufwirbeln der Luft wäre das sehr kontraproduktiv. Es wird wohl in diesem Winter vermehrt kalte Kirchen geben.

DOMRADIO.DE: Der Dom hat seine Krippe in die Schaufenster des benachbarten Römisch-Germanischen Museums ausgelagert, um zu großes Gedränge von Menschen davor zu vermeiden. Außerdem haben sie die Anzahl an Gottesdiensten zu Weihnachten erhöht. Fühlen Sie sich als Domdechant gut vorbereitet auf diese Corona-Weihnachten?

Kleine: Erstmal ist klar, es geht um die Gesundheit und um Sicherheit. Deshalb setzen wir alle Maßnahmen um, die es gibt, die vom Land kommen, die vom Generalvikariat, also von unserem Bistum kommen, um keinen zu gefährden. Es gibt nichts Schlimmeres, als wäre ein Gottesdienst im Dom oder anderswo ein Hotspot und es würden sich dort Leute infizieren. Deshalb haben wir die Krippe hier ins Römisch-Germanische Museum ins Fenster gesetzt, weil wir keine Mindestabstände bei dem Gedrängel der Familien vor der Krippe garantieren können.

Aber natürlich findet Weihnachten statt. Dazu gehört die Krippe. Wir haben den Dom geöffnet zum Gebet. Da kann man auch während der Tage natürlich kommen. Die Weihnachtsbotschaft wird verkündet in den Predigten, in den Liedern, die gesungen werden. Alles Stand jetzt. Wir werden ja auch Gottesdienste streamen. Nicht nur die Christmette um 24 Uhr mit dem Erzbischof, sondern auch um 18 Uhr einen Gottesdienst aus dem Dom, sodass ich glaube, dass die Menschen die frohe Botschaft der Weihnacht hören.

Ich wünsche mir, dass sie dann eben zu Hause oder wo immer sie dann sind oder feiern, ein wenig von diesem Licht und der Wärme und der Freude der Weihnacht auch an diesem Corona-Weihnachten 2020 spüren, andere nicht vergessen und dass wir in der bewährten Weise miteinander in Kontakt bleiben und wir uns bei denen melden, die keinen haben, damit keiner oder möglichst wenig alleine Weihnachten feiern.

DOMRADIO.DE: Gerade haben wir einen Höchststand an Neuinfektionen und die Landesregierungen überlegen, ob es bald einen sogenannten harten Lockdown geben soll. Könnte es sein, dass sich an den bisherigen Planungen bezüglich der Weihnachtsgottesdienste im Dom dann nochmal etwas ändert?

Kleine: Ja, natürlich. Seit Frühjahr können wir immer nur planen. Am Tag der Veranstaltung oder des Gottesdienstes gilt dann die aktuelle Corona-Schutzverordnung. Beim ersten Lockdown haben die Kirchen in Absprache mit den nordrhein-westfälischen Bistümern auf öffentliche Gottesdienste verzichtet. Wenn es noch einmal zu einem harten Lockdown käme, weil ja die Zahlen der Infizierten und auch der Todesfälle so gravierend gestiegen sind, dann würde all das greifen, was wir dann auch beim ersten Lockdown hatten.

Wir werden sicherlich die Anzahl der gestreamten Gottesdienste erhöhen und vor allem vor Ort Lösungen suchen, auch in den Pfarreien, dass Menschen spüren, Kirche ist für sie da. Es gibt Seelsorge und man ist mit seiner Sorge und seinen Ängsten gerade an diesem besonderen Fest Weihnachten nicht allein. Wir werden tagesaktuell entscheiden und werden dafür sorgen, dass Gottesdienste und Veranstaltungen seitens der Kirchen keine Virenschleudern sind, sondern dass wir uns einsetzen für den Schutz der Bevölkerung.

Ich wünsche allen einen gesegneten dritten Advent, eine Kerze mehr, die demnächst brennt. Das ist ja auch ein Zeichen der Hoffnung und auch darauf, dass auch Corona irgendwann überwunden ist. Bleiben Sie alle gesund!

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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