Blick auf die Altstadt von Jerusalem
Blick auf die Altstadt von Jerusalem

07.07.2020

Kirchen: Urteil gefährdet christliche Präsenz in Jerusalem "Versuch, die Integrität der Heiligen Stadt zu untergraben"

​Jerusalems Kirchenführer die israelische Regierung aufgefordert, in einem Immobilien-Rechtsstreit des griechisch-orthodoxen Patriarchats zu intervenieren. Es geht um Liegenschaften am Jaffa-Tor.

In einer gemeinsamen Erklärung vom Dienstag äußern sie sich besorgt über ein jüngstes Urteil des Jerusalemer Bezirksgerichts, das den umstrittenen Verkauf von drei Gebäuden des Patriarchats an eine rechtsgerichtete jüdische Siedlerbewegung als gültig bezeichnet hatte.

Der Verkauf bedrohe den historischen Status Quo der Heiligen Stätten und die Rechte der Kirchen; auch werde das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Gruppen in Jerusalem gefährdet, so die Erklärung der Oberhäupter der christlichen Kirchen in Jerusalem.

Kein bloßer Eigentumsstreit

Das Bestreben radikaler Gruppen, die Kontrolle über die Liegenschaften am Jaffa-Tor zu übernehmen, sei ein "systematischer Versuch, die Integrität der Heiligen Stadt zu untergraben, den christlichen Pilgerweg zu behindern und die christliche Präsenz in Jerusalem zu schwächen", betonen die Patriarchen. Es gehe nicht nur um einen bloßen Eigentumsstreit.

"Wir fordern die israelische Regierung auf, zu handeln, um die Integrität des christlichen Erbes und Gutes in der Altstadt sowie die Heiligen Stätten und die Rechte der Bewohner des christlichen Viertels von Jerusalem zu sichern", so die Kirchenvertreter.

Es gehe um Orte, die mehr als zwei Milliarden Christen auf der ganzen Welt als das Herz ihres Glaubens betrachteten, die Millionen christlicher Pilger jedes Jahr besuchten und in denen einheimische Christen ihren Glauben lebten.

Ohne Genehmigung der Kirchenleitung

Ein später ins Ausland geflohener orthodoxer Kirchenangestellter hatte 2004 drei Gebäude unmittelbar am Jaffa-Tor der Jerusalemer Altstadt an die Siedlerorganisation Ateret Cohanim verkauft, darunter die Hotels "Imperial" und "Petra".

Der Kauf sei ohne Genehmigung der Kirchenleitung und durch Korruption zustande gekommen; zudem sei der Preis viel zu niedrig gewesen, argumentierte die Kirche in ihrem Einspruch.

Im Juni 2019 hatte das Oberste Gericht den Kaufvertrag als rechtens beurteilt. In dem jetzigen Urteil vom 26. Juni seien Beweise der orthodoxen Kirche zurückgewiesen worden, beklagen die Kirchenführer.

(KNA)

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