Papst Franziskus im Gebet in Amatrice
Papst Franziskus im Gebet in Amatrice
Bischof Domenico Pompili
Bischof Domenico Pompili

18.07.2019

​Bischof beklagt stockenden Wiederaufbau nach Erdbeben in Italien "Absolut kurzfristig"

​Der Bischof im mittelitalienischen Rieti, Domenico Pompili, gibt den wechselnden Regierungen in Italien eine Schuld am stockenden Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 2016. Die Arbeiten stünden "fast bei null oder wenig mehr", sagte Pompili.

Als Grund nannte er im Interview mit der Zeitung "Avvenire" (Donnerstag) wiederholte Annullierungen bestehender Programme. Es sei ein "absolut kurzsichtiger" Anspruch der jeweiligen politischen Führung, sich die Verdienste für den Aufbau zuschreiben zu wollen.

Der Bischof äußerte sich bei einem Besuch von Staatspräsident Sergio Mattarella in Amatrice. Der Ort im Norden Latiums wurde durch das Beben vom 24. August 2016 fast völlig zerstört. Mattarella sagte bei der Einweihung eines neuen Schulkomplexes am Donnerstag, mit dem Wiederaufbau in der Erdbebenregion stehe "die Zukunft Italiens insgesamt" auf dem Spiel.

Einwohnerschwund seit Beben

Nach Angaben Pompilis verringerte sich die Einwohnerzahl von Amatrice seit dem Beben um 40 Prozent. Mattarella treffe in dem Ort auf müde und ernüchterte Menschen, "die irgendetwas an Wiederaufbau sehen wollen, um wieder an eine Zukunft für Amatrice zu glauben".

(KNA)