Orthodoxe Christen in der Türkei sind eine Minderheit
Orthodoxe Christen in der Türkei sind eine Minderheit

07.01.2018

Staat finanzierte Renovierung Istanbuler Kirche "Eiserne Kirche" in Istanbul wird neu geweiht

Sie ist 120 Jahre alt und sticht heraus aus dem Istanbuler Stadtbild. Dort, am Ufer des Bosporus im Stadtteil Fener, steht die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan: Groß, eisern und mit golden verzierten Spitzen. Am Sonntag wird sie neu geweiht.

Fast zehn Jahre hat die Renovierung gedauert. Am Sonntag wird die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan in Istanbul nun neu geweiht. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. und der bulgarisch-orthodoxe Patriarch Neofit werden konzelebrieren, wie die Wiener Stiftung Pro Oriente am Montag mitteilte. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow waren bei der Liturgie anwesend. Der türkische Staat hatte die Renovierung finanziert. Borissow dankte dem türkischen Staatschef bei der Feier für die Unterstützung des Projekts. Erdogan bezeichnete die 1898 erbaute Kirche am Ufer des Bosporus als ein Schmuckstück für Istanbul. Er kündigte an, weitere Gebetshäuser anderer Religionen "in allen Ecken unseres Landes" wieder zugänglich zu machen.

Sankt Stefan trägt auch den Namen "Eiserne Kirche", weil sie aus Stahl und Eisen erbaut wurde. Sie ist eine von mehr als 60 orthodoxen Kirchen in der türkischen Metropole.

Eine Kirche aus Stahl und Eisen 

Nach einer internationalen Ausschreibung waren die zusammen rund 500 Tonnen schweren Bauelemente zwischen 1893 und 1896 beim österreichischen Stahlbauunternehmen Waagner-Biro in Wien gefertigt und über die Donau und das Schwarze Meer nach Istanbul verschifft worden. 

Die Grundsteinlegung für die "Eiserne Kirche" erfolgte 1892 durch den Exarchen Josef I. Der beauftragte armenische Architekt Hovsep Aznavor entschied sich angesichts des schwachen Untergrunds am Goldenen Horn für einen leichten Bau ganz aus Stahl und Eisen und gegen eine Stahlbetonkonstruktion. Nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit war die neue Kirche 1898 geweiht worden.

Der tragende Rahmen der Kirche besteht aus Stahl, die Außenhaut aus gusseisernen Platten, die miteinander vernietet, verschweißt und durch Bolzen miteinander verbunden sind. In ihrer Architektur vereint die dreischiffige Kirche Elemente der Neogotik und des Neobarock. Die sechs Glocken des 40 Meter hohen Glockenturms waren in der russischen Stadt Jaroslawl gegossen worden. Die Ikonostase - also eine aus Ikonen bestehende Bilderwand - war in Moskau angefertigt worden.

(KNA, DR)