Renovierung der Jerusalemer Grabeskirche
Renovierung der Jerusalemer Grabeskirche
Grabeskirche Jesu
Grabeskirche Jesu
Bauarbeiten in der Grabeskirche
Bauarbeiten in der Grabeskirche
Österliches Durcheinander in der Grabeskirche
Österliches Durcheinander in der Grabeskirche

24.11.2016

Restaurierung in der Jerusalemer Grabeskirche schreitet voran Kein Stein mehr an seinem Platz

Zu Ostern soll die marode Grabkapelle in der Jerusalemer Grabeskirche in neuem Glanz erstrahlen. Noch aber präsentiert sich das Heiligtum bis auf den Stein entblößt. Eine Baustellenbesichtigung an einem besonderen Ort.

Seit April arbeitet ein Team aus 50 Wissenschaftlern der Technischen Universität Athen unter Leitung von Professorin Antonia Moropoulou an der Instandsetzung der Ädikula über dem überlieferten Grab Christi. Ihr Zeitplan ist eng: Weiße Planen schützen die Pilger vor Staub und Splittern - und die Forscher vor neugierigen Fragen. Seit im Oktober erstmals in Jahrhunderten der Marmor vom Grab entfernt und für 60 Stunden der möglicherweise ursprüngliche Stein freigelegt wurde, kursieren Geschichten um seltsame Gerüche und plötzliches Versagen technischer Instrumente.

Ungewöhnlichkeiten bei Graböffnung

Antonia Moropoulou sind Fragen nach den merkwürdigen Vorgängen sichtlich unangenehm. "Wir schreiben keine Geschichten, sondern haben ein ernsthaftes Projekt vor uns", sagt sie und bestätigt schließlich doch: Als man das Grab geöffnet habe, seien tatsächlich einige Geräte ausgestiegen. Mehr habe sie dazu nicht zu sagen. Ähnlich die Auskunft zu den Steinproben, die man bei der Öffnung genommen hat. Diese dienten der mineralogischen Untersuchung und nicht etwa dazu, "die religiöse Geschichte zu testen".

Die Wissenschaftlerin aus Athen verweist auf Transparenz. Alle wissenschaftlichen Zwischenberichte wurden veröffentlicht. Zum Endergebnis der Untersuchungen soll später ein umfassender Bericht folgen. Wissenschaftler und Interessierte sollen auf eine Datenplattform zugreifen können. 

Arbeiten gerade noch rechtzeitig

Mit den bisherigen Ergebnissen ist die Griechin zufrieden. Die Arbeiten an dem "für die ganze Menschheit einzigartigen" Bauwerk kommen nach Worten der Forscherin zur rechten Zeit: Ein paar Jahrzehnte später, und vom Originalstein unter dem Marmor wäre nichts als ein Haufen Sand geblieben. Jetzt habe man den Stein konservieren und schützen können - eine Aufgabe, an der man laut Moropoulou noch vor wenigen Jahren gescheitert wäre. 

Integrierte Regenrinnen, aus Zeiten, als die Kuppel über der Grabkapelle noch offen war, führen in ein Kanalsystem unter dem Bau.

Heute regnet es nicht mehr in die Grabeskirche. Durch Kapillarwirkung jedoch saugt sich das Fundament von unten voll. Zudem bedroht die von Besuchern hereingetragene Feuchtigkeit den Stein und die Fugen. Das jahrtausendealte Kanal- und Abwassersystem unter dem Bau wird die Kapelle weiterhin gefährden - es sei denn, die beteiligten Konfessionsgruppen einigten sich auch hier auf eine umfassende Instandsetzung.

Fertig bis Ostern?

Im Inneren der Kapelle sind die Arbeiten nach Angaben der Verantwortlichen weitgehend abgeschlossen. Für die Außenarbeiten ist man zuversichtlich, den bis Ostern reichenden Zeitplan einzuhalten.

Platte für Platte haben die Forscher die Abdeckungen abgetragen, gereinigt und repariert. Nur rund fünf Prozent der problematischen Steine sollen durch neues Material ersetzt werden, betont Antonia Moropoulou.  Gleichzeitig werden die Zwischenräume der Gebäudemauern mit einer Spezialmischung neu verfugt. Im nächsten Schritt sollen die gereinigten Abdeckungen mit Hilfe von Titan wieder angebracht werden.

Im Februar soll es dann soweit sein: Die Metallklammern, die seit ihrer Anbringung durch die Briten 1947 die Kapelle zusammenhalten, sollen entfernt und der Ursprungszustand von 1810 wieder hergestellt werden.

Stresstest für die Grabeskirche

Die Arbeit der Forscher ist damit noch nicht beendet. Mindestens drei Jahre wollen sie den Bau im Auge behalten, der Stresstest sozusagen, ob die Neuerungen den alltäglichen Belastungen standhalten. Der Pilger, der nach Abschluss der Arbeiten die Grabeskirche besucht, wird von all dem "so gut wie nichts sehen", sagt der Chefarchäologe der Jerusalemer Franziskaner, Pater Eugenio Alliata. "Die Restaurierung fällt sehr konservativ aus. Es wurde beschlossen, nichts an dem Bau zu verändern, sondern nach der Reinigung und Konsolidierung alles an seinen Platz zurück zu bringen." 

Auf eine kleine Änderung haben sich die beteiligten Konfessionen aber doch einigen können: Ein etwa 90 mal 30 Zentimeter großes Fenster im Marmor gegenüber der Grablege gibt die Sicht frei auf ein Stück des ursprünglichen Steinbetts. Damit, so Pater Alliata, soll ein bisschen von dem ursprünglichen Höhlengefühl erhalten bleiben.

Andrea Krogmann
(KNA)

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