Nach einem Anschlag in Nigeria
Nach einem Anschlag in Nigeria
Boko Haram verfügt über schwere Waffen
Boko Haram verfügt über schwere Waffen

12.12.2014

Erzbischof fordert mehr Schutz vor Boko Haram "Die Regierung muss mehr tun"

Nigerias Erzbischof Ben Kwashi hat nach den neuen Anschlägen mehr Schutz vor der Terrorgruppe Boko Haram gefordert. Der jüngste Akt kostete mehr als 30 Menschen das Leben.

Nach neuen Anschlägen mit mindestens 31 Toten in Nigeria hat der anglikanische Erzbischof Ben Kwashi mehr Schutz vor der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram gefordert. Die Extremisten werden hinter zwei Bomben vermutet, die am Donnerstagabend in der zentralnigerianischen Stadt Jos kurz nacheinander in einem Geschäftsviertel explodierten. Vor allem einfache Bürger seien den Anschlägen schutzlos ausgeliefert, kritisierte der Erzbischof von Jos am Freitag im britischen Rundfunksender BBC.

Mehr Schutz von Regierung gefordert

"Die Regierung muss mehr tun und zeigen, dass sie sich um die Schwachen und die Armen kümmert, die nicht in der Lage sind, sich selbst zu schützen", sagte Kwashi. Im Mai waren bei einem Anschlag von Boko Haram im selben Stadtviertel von Jos mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Jos ist seit Jahren Schauplatz von Gewalt zwischen Gruppen, die für ihren Kampf um Land und Macht religiöse Gruppen mobilisieren. Die Stadt liegt an der Nahtstelle des mehrheitlich muslimischen Nordens und des überwiegend christlichen Südens von Nigeria.

Die Zeitung "Vanguard" berichtete unterdessen, dass in der nördlichen Stadt Kano eine 13-Jährige in einer Klinik festgenommen wurde. Unter ihrer Kleidung war Sprengstoff versteckt. Gemeinsam mit einem männlichen Begleiter sei sie in das Krankenhaus gegangen, um sich dort behandeln zu lassen, schrieb das Blatt unter Berufung auf Sicherheitskreise. Angestellte waren misstrauisch geworden und hatten daraufhin die Polizei gerufen. Boko Haram setzt seit einigen Wochen immer mehr Frauen und Mädchen für Selbstmordattentate ein.

Mehr als 4000 Tote in diesem Jahr 

Boko Haram versteht sich als Teil des Terrornetzwerks Al-Kaida. Der Name bedeutet "Westliche Bildung ist Sünde". In den vergangenen Jahren sind bei Anschlägen der Gruppe vor allem im Nordosten Nigerias Tausende Menschen ums Leben gekommen. Ziel von Boko Haram ist nach eigenen Angaben die Errichtung eines Kalifatsstaates im Norden Nigerias. Die Gruppe will in der Region einen Gottesstaat aufbauen und greift immer wieder Polizeieinrichtungen, Kirchen, Schulen, aber auch gemäßigte Muslime an. Allein in diesem Jahr starben durch den Terror der Gruppe mehr als 4000 Menschen im Norden des Landes.Die Bewegung ist auch in zahlreiche kriminelle Geschäfte verstrickt.

(epd, dpa)