Schilder in Schönstatt
Schilder in Schönstatt

16.10.2014

Start der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum Schönstatt heißt die Welt willkommen

Mit einer internationalen Jubiläumswallfahrt hat die katholische Schönstatt-Bewegung am Donnerstagabend die Feiern zu ihrem 100-jährigen Bestehen begonnen. Tausende Pilger feierten in der Pilgerarena in Vallendar bei Koblenz einen Gottesdienst.

Tausende Pilger feierten in der Pilgerarena in Vallendar bei Koblenz einen Gottesdienst. Zu der noch bis Sonntag dauernden Wallfahrt werden bis zu 10.000 Teilnehmer aus 50 Ländern erwartet. Die größten Pilgergruppen kommen neben Deutschland aus Chile, Brasilien, Argentinien und Paraguay.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann rief die Christen beim Eröffnungsgottesdienst dazu auf, "mit neuer Begeisterung und neuem Mut in die Welt hinauszugehen". Nicht Weltflucht, sondern Weltdurchdringung laute die Aufgabe, sagte er mit Verweis auf die Forderung von Papst Franziskus, an die Ränder des Lebens zu gehen.

Gottesdienste, Workshops und Kinderaktionen

Zum 100-jährigen Bestehen lädt die Schönstattbewegung bis Sonntag in Vallendar zu Gottesdiensten, Workshops für Familien und Kinderaktionen ein. Im Zentrum der Schönstatt-Pilger steht das "Urheiligtum", die ehemalige Michaelskapelle im Tal des Ortes. Dort gründete der Pallottiner Josef Kentenich (1885-1968) die Bewegung 1914.

Zu den Feierlichkeiten am Samstag werden neben rund 30 Kardinälen und Bischöfen auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Vallendar erwartet. Eine weitere Wallfahrt zum Jubiläum findet vom 23. bis 26. Oktober nach Rom statt.

Die Gemeinschaft hat nach eigenen Angaben bundesweit rund 20.000 Mitglieder. Sie bemüht sich vor allem gesellschaftliche Einbindung des Glaubens und um intensive Frömmigkeit im Alltagsleben. Eine große Rolle spielt die Marienverehrung.

Mehr als 80 Fackelläufer erwartet

Erwartet werden am Freitag auch die 81 jungen Teilnehmer eines 1.800 Kilometer umfassenden Fackellaufs von Süditalien bis zum Gründungsort der Schönstattbewegung in Vallendar. Die Läufer aus 11 Ländern ließen ihre Fackel bei einer Papstaudienz in Rom segnen. Die Aktion sei ein Zeichen der Begeisterung für entschiedenes Christsein im Heute, so die Organisatoren. Eine weitere internationale Wallfahrt führt vom 23. bis 26. Oktober nach Rom.

Papst Franziskus würdigte im Vorfeld den "apostolischen Eifer" der Gründer. In einem lateinischen Schreiben an Kurienkardinal Giovanni Lajolo, der als Sonderdelegat des Papstes an den Feiern teilnehmen wird, erinnerte der Papst ferner an das Gottvertrauen der Schönstatt-Gründer, das auch in der schwierigen Zeit nach zwei Weltkriegen nicht nachgelassen habe. 

Programm sieht vier Open-Air-Großveranstaltungen vor

Jugendliche gestalten am Freitag eine Vigil und eine anschließende Gebetsnacht an der Marienkapelle. Am Samstag findet am Vormittag ein Festakt statt, am Nachmittag gedenken die Teilnehmer der Gründungsstunde. Der Sonntag steht für Austausch und Begegnung zur Verfügung. An allen Tagen präsentieren die über 20 Schönstatt-Gemeinschaften mehrere Hundert Initiativen und Projekte, Diskussionsforen und Podien.

Die geistliche Gemeinschaft hat nach eigenen Angaben bundesweit rund 20.000 Mitglieder. Gegründet wurde die Bewegung 1914 vom Pallottiner Josef Kentenich (1885-1968). Die Gemeinschaft bemüht sich um intensive Frömmigkeit im Alltagsleben. Eine große Rolle spielt die Marienverehrung.

Alterzbischof Zollitsch würdigt Schönstatt-Bewegung

Im Vorfeld hatte der Freiburger Alterzbischof Robert Zollitsch, Mitglied der Schönstatt Bewegung, an den Auftrag der Gemeinschaft erinnert: "Es ist das Gebot der Stunde, alles zu tun, um Ehepaare und Familien zu stärken", erklärte Zollitsch. Nicht nur in Deutschland leiste die Schönstatt-Bewegung "Bemerkenswertes". Die Bewegung sei von Laien getragen; das Miteinander zwischen ihnen und Priestern sei konstruktiv, so der Erzbischof. "Das ist zweifellos ein Beitrag zur Erneuerung der Kirche".

Kardinal Francisco Javier Errazuriz Ossa, Schönstatt-Pater und Mitglied des Kardinalsrates, betonte den Beitrag der Gemeinschaft an der von Papst Franziskus ausgerufenen Neuevangelisierung zur Verkündung der christlichen Botschaft in modernen Gesellschaften. Schönstatt sei Vorreiter auf dem Gebiet der neuen kirchlichen Bewegungen, so Errazuriz weiter. Insbesondere in Lateinamerika sei die "Schönstattfamilie" stark gewachsen und leiste dort einen wichtigen sozialen Beitrag.

Nach Ansicht des Generalobers der Gemeinschaft, Pater Heinrich Walter, prägt die Bewegung auch die internationale und ökumenische Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen Gruppen. Gleichzeitig betonte er: "Wir kommen eher leise daher". Die Bewegung wirke weniger durch missionarische Aktionen als durch pädagogische Arbeit.

 

(KNA, dr)