Die ständige Baustelle Europa
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24.06.2013

COMECE startet "Woche der Hoffnung" "An das Positive erinnern"

Vor zehn Jahren veröffentlichte Papst Johannes Paul II. "Ecclesia in Europa". Mit einer "Woche der Hoffnung erinnert" die EU-Bischofskommission an das apostolische Schreiben. Stefan Lunte von COMECE im domradio.de-Interview.

domradio.de: Warum hat COMECE diese Woche der Hoffnung  ins Leben gerufen?

Lunte: Der konkrete Anlass ist, dass der Text "Ecclesia in Europa" von Papst Johannes Paul II. im Juni 2003 veröffentlicht wurde, also vor genau zehn Jahren. Und es ist ein bedeutsamer Text für alle, die sich im kirchlichen Bereich mit europäischen Fragen beschäftigen.

domradio.de: Ein wichtiger Text, sagen Sie. Warum?

Lunte: 2003 war eine Zeit des Aufbruchs, ein Jahr, bevor zehn neue Staaten in die Europäische Union kamen, darunter acht aus Mittel- und Osteuropa. Die Erwartungshaltung war damals groß: Dass der Zusammenhalt wachsen würde, dass mehr Solidarität möglich und mehr Verantwortung seien. Und dass die Kirche innerhalb der Europäischen Union eine wichtige Rolle einnehmen würde. Heute sieht aber alles nicht mehr ganz so rosig aus. Und deshalb ist es vielleicht sinnvoll, noch mal das Positive in Erinnerung zu rufen.

domradio.de: Wie kann die "Ecclesia in Europa" den Gläubigen denn heute noch Hoffnung spenden - in einer Zeit der Wirtschaftskrise, der Proteste in der Türkei, der großen Arbeitslosigkeit junger Menschen in Spanien?

Lunte: Nicht, indem sie abstrakte Werte und Prinzipien wiederholt - die zwar in sich richtig sind, die aber nicht mehr von jungen Menschen gehört werden. In schwierigen Zeiten wie diesen ist es wichtig, auf konkrete Menschen aufmerksam zu machen. Auf Menschen, die durch ihr Leben Hoffnung verkörpert haben. Bei den täglichen Veranstaltungen steht dann auch das Porträt eines Heiligen oder Glaubenszeigen im Vordergrund.

Das Gespräch führte Dagmar Peters.

(dr)