Den Kopf schützen, Helm tragen
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10.06.2013

30 Jahre "Hannelore Kohl Stiftung" Hilfe in höchster Not

Rund eine viertel Million Menschen erleidet jedes Jahr eine Schädelhirnverletzung. Ihnen hilft seit 30 Jahren die "Hannelore Kohl Stiftung". Geschäftsführerin Helga Lüngen im domradio.de-Interview über Anfänge und Ziele der Arbeit.

domradio.de: Für was steht die "Hannelore Kohl Stiftung"?

Lüngen: Die "Hannelore Kohl Stiftung" engagiert sich seit 30 Jahren für Menschen mit einer Schädelhirnverletzung. Und bietet ganz konkrete Hilfe für Unfallopfer, für Betroffene und deren Angehörige. Sie stattet Kliniken mit dringend benötigten Instrumenten aus, richtet ganze Stationen ein, betreibt Forschungsförderung. Und in unserer Bonner Geschäftsstelle haben wir einen Beratungsdienst, der speziell auf die besonderen Fragestellungen der Menschen mit Schädelhirnverletzung eingeht.

domradio.de: Wie kam es zu der Stiftung?

Lüngen: Als Hannelore Kohl Anfang der 1970er Jahre - damals noch als Frau des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Helmut Kohl - gebeten wurde, die Schirmherrschaft für eine Rehabilitationsklinik für Kinder und Jugendliche zu übernehmen, hatte sie erste Kontakte in dem Bereich. Damals war sie noch Mutter von zwei sehr jungen Söhnen und sehr stark berührt von dem, was sie da gesehen hat. Und als ihr Mann später Bundeskanzler wurde, hat sie sich dem Thema der Menschen mit unfallbedingten Schädelhirnverletzungen gewidmet und die Stiftung gegründet.

domradio.de: Welche Folgen hat eine Schädelhirnverletzung für die Betroffenen?

Lüngen: Menschen mit leichten Verletzungen können Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen haben. Dann gibt es Menschen, die ihr Leben unter Schmerzen leiden. Andere leiden unter einer Halbseitenlähmung. Und in ganz schlimmen Fällen verbringen Unfallopfer viele Jahre im Wachkoma.

domradio.de: Insgesamt 250.000 Menschen in Deutschland eine Schädelhirnverletzung! Was sind häufige Ursachen?

Lüngen: Schuld sind vielfach Stürze in Haushalt, Beruf, Sport und Straßenverkehr. Fahrrad fahren ohne Helm führt immer wieder zu ganz schweren Verletzungen. Dabei kann man gerade hier etwas tun: Ein Helm hilft, bevor wir weiterhelfen müssen. Und das gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern  auch für Eltern und Großeltern - denn sie sind Vorbilder. Und wir arbeiten daran, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene nicht nur beim Radfahren, sondern bei allen Sportarten.

domradio.de: Worum geht es, wenn Sie mit Menschen zusammenkommen, die von Ihrer Stiftung unterstützt werden?

Lüngen: Gerade bei jungen Menschen, die das Leben noch vor sich hatten und sich nun von ihren Lebensträumen verabschieden müssen, sagen wir: Früher ist vorbei, jetzt musst Du den Blick in die Zukunft richten. Und wir versuchen Dir zu helfen, neue Lebensperspektiven zu entwickeln.

Im Anhang finden Sie auch den zweiten Teil des domradio.de-Interviews mit Helga Lüngen.

Das Gespräch führte Monika Weiß.

(dr)