06.05.2013

Pax Christi-Bischof fordert neue Afghanistan-Debatte "Bestürzung über getötete Soldaten reicht nicht aus"

Eine grundsätzliche Debatte über Sinn und Ziele des internationalen Militäreinsatzes in Afghanistan hat der Präsident von Pax Christi, der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, gefordert.

 

"Es belastet, wenn von verantwortlichen Politikern immer dann 'Bestürzung' und 'Traurigkeit' ausgedrückt werden, wenn, wie jetzt wieder, deutsche Soldaten im Afghanistan-Krieg fallen oder verwundet werden", erklärte der Präsident der katholische Friedensbewegung am Montag in Fulda. Bis heute hätten der internationale Militäreinsatz und Hilfen in Milliardenhöhe Frieden und westlichen Werten keineswegs zum Durchbruch verholfen.

Demokratie und Rechtstaatlichkeit seien keine realistischen Ziele für Afghanistan, sagte der Bischof. Vielmehr gehe es darum, ein "halbwegs stabiles" Gleichgewicht der Ethnien und Volksgruppen herzustellen sowie sicherzustellen, dass Afghanistan "keine Brutstätte des internationalen Terrorismus" ist. Dies sei zwar angesichts von "fast 3.000 gefallenen Soldaten" eine bescheidene Erwartung, betonte Algermissen. Für die Afghanen könnte es aber einen großen Schritt und die Chance bedeuten, "nach Abzug der ausländischen Truppen nicht wieder in Elend und Chaos zu fallen".

(KNA)