14.06.2012

Msgr. Kleine über die Erfahrungen auf dem Eucharistischer Weltkongresses in Dublin Etwas gelernt für Köln

In Dublin ist der 50. Eucharistische Weltkongress der katholischen Kirche zu Ende gegangen. Vor Ort war auch Monsignore Robert Kleine, der den nationalen Eucharistischen Kongress vom 5. bis 9. Juni 2013 in Köln plant. Im domradio.de-Interview spricht er über die Tage in Dublin und die Lehren, die die Kölner Organisatoren aus der Veranstaltung zu ziehen gendenken.

domradio.de: Was macht die Eucharistie in der katholischen Kirche so wichtig, dass man sogar Kongresse dazu veranstaltet?
Monsignore Kleine: Wir begegnen Jesus Christus nicht nur in seinem Wort, in der Schrift, sondern ganz konkret im Sakrament der Eucharistie, im Empfang der Heiligen Kommunion. Wenn wir uns sonntags versammeln, tun wir das ja als Gemeinde, in Gemeinschaft mit ihm und empfangen ihn in der Kommunion. Es gibt keinen Glauben und keine Religion, wo Gott sich so klein macht, dass wir mit ihm eine solche Gemeinschaft haben. Sich dessen bewusst zu werden und dann aus dem Empfang der Eucharistie heraus die kommende Woche und das alltägliche Leben zu gestalten, das ist ein Auftrag, an dem man dann auch auf diesem Kongress wieder erinnert wurde.

domradio.de: Welche Eindrücke haben Sie von dort mitgebracht?
Monsignore Kleine: Sehr unterschiedliche, sehr begeisternde, auch über die Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung mit der Eucharistie in Lebens- und Glaubenszeugnissen die gegeben wurden. Und in der Feier der unterschiedlichsten Gottesdienste, besonders natürlich auch der Liturgie. Es war aber auch etwas Bedrückung über allem, da in Irland der Missbrauchsskandal ein sehr großes Ausmaß hatte und die Frage der Vergebung und der Schuld vor allem in den Gottesdiensten, den Fürbitten, aber auch in einem Versöhnungsgottesdienst immer wieder thematisiert wurde.

domradio.de: Der Weltkongress in Dublin wurde auch deutlich geprägt von der Krise, die die katholische Kirche momentan in Irland durchlebt. Auch hier in Deutschland gibt es zur Zeit viele innerkirchliche Diskussionen wie zum Beispiel die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion. Werden auch diese Themen beim Kongress im nächsten Jahr in Köln behandelt werden?
Monsignore Kleine: In erster Linie geht es ja bei dem Kongress um die Feier der Eucharistie und um die inhaltliche, theologische Vergewisserung dessen, was wir dort feiern. Dass es in unserem Land die Reformation gab, dass es die Trennung und keine Einheit der Kirche gibt, das wird sicherlich thematisiert werden. Aber es ist nicht der Ort für kontroverse Diskussionen, sondern eigentlich ein miteinander schauen auf die Mitte der Kirche, die Jesus Christus unser Herr ist. Das gibt es in verschiedenen Formen: In Gottesdiensten, in Vorträgen, auch in Diskussionen und Workshops z.B. für Kommunionkatechen oder Kommunionhelfer. Wir wollen die unterschiedlichsten Gruppen ansprechen, die in ihrem Christenleben und Glaubensleben mit der Eucharistie zu tun haben.

domradio.de: Gab es in Irland, die Dinge, die man hier in Köln übernehmen könnte?
Monsignore Kleine: Also, es war eine sehr spannende Woche. Wir hier in Köln haben ja den Kongress nur vier Tage, dort war er von Montag bis Sonntag. Die ersten Tage waren vor allen Dingen geprägt von älteren Teilnehmern, weil die anderen berufstätig waren oder noch zur Schule gingen. Das Problem haben wir hier mittwochs auch. Am Donnerstag aber wollen wir die Schulen bewusst einladen, so dass das ein sehr lebendiger und gefüllter Tag werden wird. Was ich mitgenommen habe, ist, dass man auf das Wetter achten muss! In Dublin hat es fast immer geregnet, alle Veranstaltungen fanden aber im Freien statt. Wir haben sicher die Gelegenheit, in Köln durch den Dom, die romanischen Kirchen und andere Räumlichkeiten, dieses Risiko zu mindern und zugleich vor allem auch die Gottesdienste im kleineren Rahmen zu feiern. Und wir können dort Katechesen halten, wo auch Rückfrage möglich ist. Das war bei bis zu 5.000 Teilnehmern in der Pferdrennbahn bei Katechesen in Irland natürlich nicht möglich.

domradio.de: Die Teilnehmerzahl beim Eucharistischen Weltkongress ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Sollte man demnach nächstes Jahr für Köln die Erwartungen nicht ganz so hoch ansetzen?
Monsignore Kleine: Das haben wir nie getan, oder ich jedenfalls nicht. Wir orientieren uns an den Zahlen, die zwischen diesen Weltkongressen und z.B. einem Katholikentag liegen. Obwohl dieser natürlich anders ausgerichtet ist und eine andere Klientel im Blick hat. Also rechnen wir mit  bis 20 bis 25.000 Dauer- und Tagesteilnehmern. Zum Abschluss wollen wir im Müngersdorfer Stadion die Abschlussmesse mit 40.000 Gläubigen feiern. Das ist sicherlich etwas, dass wir in Köln zusammen mit allen Diözesen gut erreichen können.

Das Interview führte Stephanie Gebert.

Hintergrund
In Dublin ist der 50. Eucharistische Weltkongress der katholischen Kirche zu Ende gegangen. Zum Abschlussgottesdienst war auch Benedikt XVI. zugeschaltet. Insgesamt kamen weit mehr als 100.000 Besucher zu dem einwöchigen Treffen. In der vergangenen Woche waren in der irischen Hauptstadt Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien zusammengekommen. Das Motto des Jubiläumstreffens lautete "Die Eucharistie: Gemeinschaft mit Christus und untereinander". Eine wichtige Rolle spielte das Thema Ökumene sowie die Einheit der christlichen Kirchen. Die Deutsche Bischofskonferenz war durch den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann vertreten.

Nach Angaben der Veranstalter waren die Eintrittskarten für die Abschlussveranstaltung am Sonntagnachmittag im Croke Park Stadion, das rund 80.000 Zuschauer fasst, nahezu ausverkauft. Zelebriert wurde der Gottesdienst von Kurienkardinal Marc Ouellet. Der kanadische Präfekt der Bischofskongregation ist Papstdelegat beim Weltkongress in Dublin. Im Anschluss wurde eine Videobotschaft des Papstes ausgestrahlt.

In der vergangenen Woche hatten nach Veranstalterangaben täglich bis zu 20.000 Menschen den Weltkongress besucht. Insgesamt fanden 160 Symposien, Reden, Workshops und Konzerte statt, auf denen 223 eingeladene Geistliche, Experten und Gläubige sprachen.

Während des Kongresses war Papstdelegat Kardinal Marc Ouellet mit Opfern sexuellen Missbrauchs zusammengetroffen. Im Auftrag Benedikts XVI. bat er um "Vergebung von Gott und den Opfern für die schwere Sünde des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Kleriker". Bereits während der Eröffnungszeremonie am Sonntag war ein "Stein der Heilung" enthüllt worden, der den Missbrauchsopfern der katholischen Kirche gewidmet ist und nach dem Kongress dauerhaft in Dublin aufgestellt werden soll.

Der Eucharistische Weltkongress ist eine internationale Zusammenkunft von katholischen Gläubigen und befasst sich mit Themen des Altarsakraments. Das Treffen findet in Abständen von ein bis drei Jahren statt. Irland war zuletzt 1932 Ausrichter der Veranstaltung. Am letzten Treffen dieser Art im kanadischen Quebec nahmen 2008 etwa 200.000 Menschen teil. In Deutschland ist ein nationaler Eucharistischer Kongress vom 5. bis 9. Juni 2013 in Köln geplant.

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