08.06.2012

Wie die Kirchen die Fußball-EM in Polen und der Ukraine begleiten Anpfiff mit Gottes Segen

Der oberste gastgebende Bischof tippt auf Spanien, der Papst würdigt die Rolle des Sports, Gottesdienste zum Kick-Off und während des Turniers: Die Kirchen und ihre Vertreter begleiten die UEFA Fußball Europameisterschaft 2012 und ihren Start. Auch mit kritischen Worten.

Der Primas der katholischen Kirche Polens, Erzbischof Jozef Kowalczyk, tippt auf einen Sieg von Titelverteidiger Spanien bei der Fußball-EM. Als Mitfavoriten für den Einzug ins Finale am 1. Juli in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nannte der Gnesener Erzbischof der polnischen Nachrichtenagentur KAI zudem Deutschland, England und die Niederlande. Die meisten Polen gehen laut einer Umfrage dagegen davon aus, dass Deutschland Europameister wird. Dem Institut CBOS zufolge tippen 28 Prozent auf Deutschland; auf Platz zwei liegt Spanien mit 22 Prozent. Die Fußball-EM wird am Freitag in der polnischen Hauptstadt Warschau eröffnet. Das Finale findet am 1. Juli in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt.

Papst Benedikt XVI. hat anlässlich der Fußball-EM in Polen und der Ukraine die gesellschaftliche Rolle des Sports gewürdigt. "Mannschaftssport ist eine wichtige Schule für den Respekt vor dem anderen", betonte er in einem am Donnerstag im Vatikan veröffentlichten Schreiben an die polnische Bischofskonferenz. Fußball trage dazu bei, "die Logik des Individualismus und des Egoismus, die häufig menschliche Beziehungen prägt", zu überwinden. Sport erziehe zu persönlichen Opfern für die Gemeinschaft, fügte das Kirchenoberhaupt in seinem Schreiben hinzu. Er fördere zugleich die Wertschätzung der Gaben jedes einzelnen Mannschaftsmitglieds. Damit betrifft die EM nach den Worten des Papstes nicht nur Fußballspieler und Zuschauer sondern die gesamte Gesellschaft.

Der EKD-Bevollmächtigte Bernhard Felmberg hat dazu aufgerufen, weiter auf Missstände in der Ukraine hinzuweisen. Öffentlichkeit und Medien müssten auch darauf ihren Fokus richten, forderte Felmberg in der evangelischen Wochenzeitung "Die Kirche". Der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) lobte deutsche Politiker, die zur EM klare Signale an die Verantwortlichen gesendet hätten. Zugleich bezeichnete er es als nicht sinnvoll, die in der Ukraine stattfindenden Fußballspiele generell in Frage zu stellen.

Zum Auftakt der Fußball-Europameisterschaft hatten bereits am Mittwoch Christen in Warschau bei einem ökumenischen Gottesdienst für Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Fans gebetet. Der nationale katholische Sportpriester Edward Plen rief die Sportler in der Kathedrale des Bistums Warschau-Praga zu Respekt für andere und zu Solidarität auf. Zugleich betonte er, die Fußball-EM dürfe nicht zu einer Vernachlässigung der "Pflichten gegenüber Gott und den Nächsten" führen. Der Gottesdienst wurde vom Weihbischof von Warschau-Praga, Marek Solarczyk, sowie orthodoxen, protestantischen und altkatholischen Pfarrern geleitet. Auch im westpolnischen Spielort Poznan (Posen) fand ein Gottesdienst zur EM-Eröffnung statt. Die EM beginnt am Freitagabend in Warschau mit der Partie Polen gegen Griechenland.

Anders als bei der EM 2008 in der Schweiz und Österreich und der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland nahmen an dem zentralen Eröffnungsgottesdienst in Warschau keine hochrangigen Vertreter aus Politik, Sport und Gesellschaft teil. Bei der WM 2006 konnten im Münchner Liebfrauendom der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, und der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, unter anderen Bundespräsident Horst Köhler begrüßen.

Die katholische Kirche in Polen will die EM auch zur Evangelisierung nutzen. Hunderte Freiwillige sollen an die Fußballbegeisterten in Warschau, Danzig, Breslau und Posen eine mehr als 60 Seiten dicke Evangelisierungszeitung verteilen. Sie informiert etwa über Fan-Gottesdienste und Andachtsorte. Zudem gibt es die Broschüre "Evangelium für Sportler und Fans", die unter anderem Gebete sowie Gedanken von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) enthält.

Während der EM gibt es für die Fans Gottesdienste auf Englisch und in anderen Sprachen. In der Hafenstadt Danzig, wo das deutsche Team sein Quartier hat, werden in der Kathedrale und der größten Innenstadtkirche, der Marienkirche, Gottesdienste auf Deutsch gefeiert. Auch die Beichte kann man auf Deutsch ablegen.  

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