12.03.2012

Umweltorganisation WWF zum Stillstand beim Recht auf Wasser Nicht im Fluss

Vor einem Rückschritt bei der weltweiten Wasserversorgung warnt die Umweltorganisation WWF zum Auftakt des Weltwasserforums in Marseille. Die globale Wasserkrise sei schon viel zu dramatisch, urteilt WWF-Sprecher Roland Gramling im domradio.de-Interview. Die Landwirtschaft als größter Wasserverbraucher müsse stärker in die Pflicht genommen werden. Mit Blick auf das Weltwasserforum forderte auch der Vatikan freien Zugang zu sauberem Trinkwasser für die gesamte Weltbevölkerung.

domradio.de: Was erhoffen Sie sich vom Weltwasserforum in Marseille?
Roland Gramling (WWF): Wir erhoffen uns ein klares Signal an die UN-Staatengemeinschaft, dass das Menschenrecht auf Wasser endlich umgesetzt und Realität wird. Es muss eine Abschlusserklärung geben, die auch auf den Umweltgipfel in Rio im Juni hinarbeitet und die endlich verbindliche Ziele festlegt.

domradio.de: Kritiker werfen dem Weltwasserrat vor, Lobbyarbeit für die große Konzerne zu machen. Der Präsident des Rates ist Chef eines der größten Wasserversorger Frankreichs. Wird bald weltweit das Wasser privatisiert?
Gramling: Der WWF ist extra hier vor Ort, um diesen ganzen politischen Prozess kritisch zu begleiten und ich denke, auf das Ziel, dass man dieses Menschenrecht auf Wasser für alle Menschen Wirklichkeit werden lässt, darauf kann man sich schon einigen. Nur über die Wege dorthin, gibt es wahrscheinlich unterschiedliche Vorstellungen. Für uns ist ganz klar: Möchte man allen Menschen Zugang zu sauberen Trinkwasser ermöglichen, dann geht das nur, wenn man die Ökosysteme, die dieses Wasser bereitstellen, endlich effektiv schützt.

domradio.de: Welche Vorschläge macht der WWF, wie man zu dem Ziel kommen kann?
Gramling: Der WWF ist in verschiedenen Expertenanhörungen dabei, allerdings haben wir schon beim letzten Weltwasserforum kritisiert, dass die Abschlusserklärung viel zu weich war, voller Plattitüden. Wir können uns einfach nicht leisten, dass wir jetzt nach drei Jahren schon wieder ein Weltwasserforum haben, das keine effektiven Ziele vereinbart. Dafür ist diese globale Wasserkrise, in der wir uns befinden, einfach schon viel zu dramatisch. Man geht immer davon aus, dass wenn man in Europa genug Wasser hat, dass wir keine Wasserkrise haben, aber die Realität sieht natürlich in Afrika, in Asien auch in Teilen Südamerikas ganz anders aus.

domradio.de: Welches Ziel haben Sie denn konkret im Hinterkopf?
Gramling: Zum Beispiel, dass endlich angefangen wird, die Landwirtschaft als größten Wasserverbraucher weltweit in die Pflicht zu nehmen. Wir haben ganz konkret die Forderung, dass Agrarsubventionen nur noch an eine nachhaltige und legale Bewässerung gekoppelt werden, wenn man das durchsetzen könnte, wäre schon mal viel gewonnen.

(Das Interview führte Dagmar Peters, domradio.de)

Hintergrund: Das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung wurde 2010 nach Verhandlungen durch die UN-Generalversammlung und den UN-Menschenrechtsrat offiziell anerkannt. Auf dem Weltwasserforum beraten alle drei Jahre Vertreter von Regierungen, internationalen Nichtregierungsorganisationen und aus der Wissenschaft über weltweite Probleme in der Wasser- und Sanitärversorgung.

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 20.11.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Blickpunkt: Weihbischof Anton Losinger zu vorgeburtlichen Tests in der Schwangerschaft
  • Katholisches Missionswerk Missio zur Konferenz der G20-Initiative „Compact with Africa“:
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Weltlebertag: Wie der Leber Gutes tun?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Weltlebertag: Wie der Leber Gutes tun?
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Was ist der Buß- und Bettag?
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Was ist der Buß- und Bettag?
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff