28.12.2011

Wohlfahrtsverbände sehen nach erster Skepsis den Bundesfreiwilligendienst auf gutem Weg 26.000 Bufdis für Deutschland

Der Bundesfreiwilligendienst wird überraschend gut angenommen und gilt ein halbes Jahr nach seiner Einführung bereits als Erfolg. "Dass wir jetzt zur Jahreswende schon über 26.000 Verträge abgeschlossen haben, damit hätte ich wirklich im Traum nicht gerechnet", sagt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverband, im domradio.de-Interview. Bei der Einführung des neuen Freiwilligendienstes hatte es noch Kritik gehagelt.

Wohlfahrtsverbände hatten zunächst befürchtet, dass der Freiwilligendienst nur schleppend anlaufen würde. Zunächst hätten Bewerber gefehlt. Auch der Paritätische Wohlfahrtsverband hatte mit viel weniger Freiwilligen bis zum Jahresende gerechnet. "Wir wussten, dass es ein Erfolg wird, nur sind wir davon ausgegangen, dass diese außerordentlich guten Zahlen sich erst Mitte nächsten Jahres einstellen werden", sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverband am Mittwoch im domradio.de-Interview.
Zweifel bei der Auszahlung des Kindergeldes seien ausgeräumt. Gerade junge Menschen suchten Orientierung vor dem Berufseinstieg. Im nächsten Jahr dürften die Zahlen noch weiter steigen, so Schneider. Viele freie Stelle gebe es noch in den neuen Bundesländern. Da hier weniger junge Menschen als im Westen lebten, versuche der Paritätische Wohlfahrtverband hier stärker Ältere anzuwerben. "Wo wir noch gerne ein bißchen mehr Menschen hätten, ist im Pflegebereich."

Caritas: Freiwilligendienst nicht als Arbeitsmarktinstrument missbrauchen
Auch die Caritasverbände in Nordrhein-Westfalen freuen sich über ein großes Interesse am Bundesfreiwilligendienst. Die Plätze seien sehr begehrt, teilte die Caritas in NRW am Mittwoch in Düsseldorf mit. Bis Anfang Dezember hätten 1.539 Freiwillige einen Vertrag in einer Caritaseinrichtung unterschrieben. Der größte Teil von ihnen seien junge Leute, hieß es weiter. Nur 171 waren älter als 27 Jahre.

Der Dienst der Freiwilligen stelle für hilfebedürftige Menschen eine zusätzliche Unterstützung dar, "für die wir sehr dankbar sind", sagte Heinz-Josef Kessmann, Sprecher der Diözesan-Caritasverbände in NRW. Darüber hinaus biete der Dienst die Möglichkeit, "Menschen aller Generationen an soziale Arbeitsfelder heranzuführen und bei ihnen ein weitergehendes Interesse für die Berufswahl oder eine berufliche Neuorientierung zu wecken". Kessmann warnte allerdings davor, den Bundesfreiwilligendienst als Arbeitsmarktinstrument zu missbrauchen: "In jedem Einzelfall muss das Prinzip der Freiwilligkeit bewahrt bleiben."

Jugendliche mit Migrationshintergrund für den Dienst
Für die Zukunft kündigte der Münsteraner Caritas-Direktor an, für den Freiwilligendienst verstärkt auch Menschen anzusprechen, die über geringe Erfahrungen und Anknüpfungspunkte im sozialen Bereich verfügen. Dies seien vor allem junge Männer und Jugendliche mit Migrationshintergrund, sagte Kessmann.

Der Zivildienst war zeitgleich mit der Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli abgeschafft worden. Nachfolger ist der Bundesfreiwilligendienst. In ihm können sich Frauen und Männer aller Altersklassen zwischen sechs und 24 Monate lang für das Gemeinwohl engagieren.

Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums haben sich etwa 26.000 Bürger für den neuen Bundesfreiwilligendienst angemeldet. Dabei gebe es deutliche Unterschiede zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen, berichtete die Koblenzer "Rhein-Zeitung" (Mittwochausgabe) vorab unter Berufung auf Angaben des Bundesfamilienministeriums. Während in Großstädten die Angebote gut genutzt würden, fänden soziale Einrichtungen auf dem Land zu wenig Freiwillige.

Ministerin Kristina Schröder (CDU) sagte dem Blatt, sie halte die von ihr ausgegebene Marke von jährlich 35.000 Teilnehmern weiter für erreichbar. "Mit dem Bundesfreiwilligendienst haben wir für alle Altersklassen ein vielfältiges Angebot geschaffen. Und das wird genutzt - allen Unkenrufen zum Trotz", sagte sie.

Den Bundesfreiwilligendienst gibt es seit dem 1. Juli. Er löste den Zivildienst ab, den es seit Ende der Wehrpflicht nicht mehr gibt. Der Zivildienst war zeitgleich mit der Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli abgeschafft worden. Nachfolger ist der Bundesfreiwilligendienst. In ihm können sich Frauen und Männer aller Altersklassen zwischen sechs und 24 Monate lang für das Gemeinwohl engagieren.

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 23.10.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Raubbau an der Schöpfung und Respekt für Indigene: Deutscher Pfarrer in Kolumbien
  • Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zu Antisemitismus in Deutschland
  • Katholischer Wald und Klimawandel: „Da muss dringend was passieren!“
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Trump unter Druck: Hielt der US-Präsident Militärhilfe für die Ukraine zurück?
  • IGFM: Verletzung der Menschenrechte von Kurden, Christen und Jesiden durch die Türkei
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Trump unter Druck: Hielt der US-Präsident Militärhilfe für die Ukraine zurück?
  • IGFM: Verletzung der Menschenrechte von Kurden, Christen und Jesiden durch die Türkei
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Wald der Zukunft
  • Lateinamerika in Aufruhr - Proteste in Chile
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Wald der Zukunft
  • Lateinamerika in Aufruhr - Proteste in Chile
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff