16.07.2011

Protest wegen Quadriga-Preis für Putin Streit spitzt sich zu

Der Streit über die Verleihung des Quadriga-Preises an den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin spitzt sich zu: Der dänische Installationskünstler Olafur Eliasson gab als erster Preisträger seine Auszeichnung zurück. Kritik kommt auch vom früheren tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel.

Havel will den ihm vor zwei Jahren verliehenen Quadriga-Preis für den Fall zurückgeben, dass die Auszeichnung in diesem Jahr an den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin vergeben wird. Havel habe dem Kuratorium des Quadriga-Preises bis Montag Zeit eingeräumt, die Preisvergabe an Putin zu überdenken, berichtet die Zeitung "Bild am Sonntag".

Mit der Aussetzung des Quadriga-Preises an alle Preisträger in diesem Jahr befasste sich nach Informationen der Zeitung am Freitagmittag eine Krisensitzung des Quadriga-Kuratoriums. Die Entscheidung des Kuratoriums werde noch an diesem Wochenende erwartet. In der Sitzung habe sich eine Mehrheit für die Aussetzung in diesem Jahr abgezeichnet.

Eliasson entschuldigt sich
Der Däne Olafur Eliasson sagte, das historische Datum des 3. Oktober und die damit verbundenen politischen, gesellschaftlichen und philosophischen Werte würden "benutzt, um eine demokratische Aktivität zu suggerieren, die es in diesem Kontext nicht zu geben scheint". Es sei für ihn zunehmend schwierig, sich mit dem Projekt Quadriga zu identifizieren. Eliasson entschuldigte sich dafür, den Preis erst angenommen zu haben und ihn dann zurückzugeben. "Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Entscheidung in Anbetracht der aktuellen Situation richtig ist", erklärte er.

Olafur Eliasson lehrt seit 2006 an der Universität der Künste in Berlin. Er bekam den undotierten Quadriga-Preis im vergangenen Jahr für seine "Kunst der Interaktion" verliehen. Putin soll am Tag der Deutschen Einheit "für seine Verdienste für die Verlässlichkeit und Stabilität der deutsch-russischen Beziehungen" ausgezeichnet werden. Mehrere frühere Preisträger hatten die Entscheidung kritisiert, einige Kuratoriumsmitglieder waren aus Protest zurückgetreten.

Menschenrechtsdefizite in Russland
Zuvor hatte auch bereits die erste Trägerin des Quadriga-Preises im Jahr 2003, die deutsche Publizistin Sylke Tempel, die Jury-Entscheidung moniert. Putin sei definitiv kein Vorbild für Leadership, sagte sie dem "Tagesspiegel" in Anspielung auf das diesjährige Leitmotto des Preises "Leadership" (Führung).

Das Kuratorium wird für seine Entscheidung vor allem mit Hinweis auf Menschenrechtsdefizite in Russland kritisiert. Nach Angaben der Werkstatt Deutschland, die den Preis vergibt, werden damit seit 2003 Persönlichkeiten und Projekte ausgezeichnet, deren Denken und Handeln auf Werten baut, "die Vision, Mut und Verantwortung dienen". Zu den Geehrten zählen unter anderen Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU), der ehemalige sowjetische Präsident Michael Gorbatschow sowie die DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley.

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