03.06.2011

Bischof Reinelt über Ökumene-Impulse von Kirchentag und Papstbesuch "Das führt uns zusammen"

"Ich bin überzeugt davon, dass Gott will, dass wir uns auf den Weg der Einheit machen", erklärte zu Beginn des Dresdner Kirchentags Bischof Joachim Reinelt. Im domradio.de- Interview spricht er über sein Ökumene-Plädoyer, seine Erwartungen an den Papstbesuch und weitere Schritte auf dem Weg zur Christeneinheit.

domradio.de: Wie erleben Sie den Kirchentag?
Bischof Joachim Reinelt: Normalerweise heißt es: Trinitatiskirche, das ist eine evangelische Kirche; Marienkirche, das ist eine katholische Kirche. In Dresden ist es umgekehrt. Die Marienkirche, die Frauenkirchen vor der wir stehen, ist eine evangelische; die Trinitatiskirche ist unsere Kathedrale. Das sind schöne Zeichen - und gar nicht so nebensächlich: Hier funktioniert Einiges, einfach weil wir beide nicht so viele sind. 25 Prozent sind insgesamt Christen, das ist natürlich schmerzlich. Aber das führt auch zusammen.

domradio.de: Die Christen, die wir hier erleben, haben kein Problem mit evangelisch oder katholisch - erleben Sie das auch so?
Reinelt: Ganz sicher: Die Auswahl, die sich bei einem solchen Evangelischen Kirchentag trifft - es sind auch eine ganze Reihe Katholiken dabei - hat in erster Linie eine Frage: Wie kann unser Glaube in dieser Welt von heute in Deutschland tatsächlich akzeptabel werden für diejenigen, die nicht mehr glauben. Und das führt uns zusammen.

domradio.de: Welche Brücken kann der Papst bei seinem Besuch im September noch schlagen?
Reinelt: Er kann alles noch einmal bewusst bejahen, was wir gemeinsam haben. Das wird er auch tun. Das sollen wir Bischöfe eigentlich immer tun - immer wieder. Wenn das nicht im Bewusstsein bleibt, dann bleibt der Eindruck einer tiefen Spaltung. Und das ist gegen den Heiligen Geist.

domradio.de: Was können die nächsten Schritte auf diesem schwierigen Weg der Ökumene sein?
Reinelt: Die Frage der Ämter, der Weihe muss jetzt angegangen werden. Hier muss Klarheit geschaffen werden. Das ist eine Möglichkeit. Wir haben Chancen. Es gibt Hindernisse, die tun noch weh; manche Schritte sind gegangen worden, ohne dass wir uns abgestimmt haben, das ist schade, das ist schmerzlich. Trotzdem sind es keine unüberwindlichen Hindernisse.

domradio.de: Sie hier vor Ort kommen mit Ihrem evangelischen Kollegen bestens aus?
Reinelt: Jochen Bohl ist für mich wirklich ein Bruder. Er würde genau das auch umgekehrt sagen. Ich habe das hier an der Frauenkirche erlebt: Wir haben die Urnen dem Märtyrer und seinen beiden Mitbrüdern an der Frauenkirche vorbeigetragen als Vorbereitung der Seligsprechung am Pfingstmontag (Anm. d. Red.: Der katholische Priester Alois Andritzki wird dann seliggesprochen). Und der evangelische Landesbischof hat hier eine Rede vor uns 2.000, 3.000 Katholiken gehalten - und unsere Leute waren tief berührt und begeistert.

Das Gespräch führte domradio.de-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen.

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