08.02.2011

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Flachsbarth ist für ein PID-Verbot "Wenn wir diese Tür öffnen…"

Maria Flachsbarth gehört zur Gruppe von Abgeordneten, die für ein komplettes Verbot der Präimplantationsdiagnostik sind. Aus ihrem christlichen Selbstverständnis heraus, erklärt die kirchenpolitische Sprecherin der Unions-Fraktion im Interview mit domradio.de, sei jeder Mensch ein "Geschöpf Gottes, egal wie mit Schäden behaftet."

domradio.de: Welche wesentlichen Eckpunkte enthält der Gesetzentwurf?
Flachsbarth: Der wesentliche Eckpunkt ist ganz schlicht und ergreifend das Verbot der Präimplantationsdiagnostik. Bislang war es Konsens unter Juristen in Deutschland, dass PID an Embryonen, die außerhalb des Mutterleibs erzeugt worden sind, verboten ist. Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urteil im letzten Jahr dazu eine andere Auffassung vertreten und gesagt, bei schwerwiegenden genetischen Schäden der Eltern sei das zulässig. Und wir wollen jetzt die Rechtssituation wieder herstellen, die nach allgemeiner Auffassung bis zum Juli vergangenen Jahres gegolten hat.

domradio.de: Der Gesetzentwurf spricht sich fraktionsübergreifend für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik aus. Wie froh sind Sie darüber?  
Flachsbarth: Ja, ich bin sehr froh, dass tatsächlich sich aus allen fünf Fraktionen, die dem deutschen Bundestag angehören, Kolleginnen und Kollegen zusammengefunden haben und wir ganz klar sagen: Wir wollen überhaupt keine PID, auch kein kleines bisschen. Die Kollegen, die sagen "Ein bisschen PID wird ja wohl noch erlaubt sein für schwerwiegende Erkrankungen" - auch da sagen wir Nein. Denn: Wenn wir diese Tür öffnen, wer sagt uns dann tatsächlich, welche Erkrankung schwerwiegend oder welche nicht so schwerwiegend ist? Außerdem machen wir da die Tür auf zur Selektion, erklären Leben für lebenswert oder eben für nicht lebenswert. Und das wollen wir auf keinen Fall.

domradio.de: Sie sind eine der Mitinitiatoren des Verbotsantrags und damit also ganz klar für ein Verbot der PID. Was sagen Sie Eltern, die in Zukunft ein Kind mit schwerer Krankheit haben?
Flachsbarth: Diesen Familien muss so viel Hilfe zugebilligt werden, wie möglich ist. Wir können nicht dabei stehen bleiben, rigoros zu sagen: Wir verbieten PID. Dazu gehört dann ja auch, das war auch ein Thema der letzten Legislaturperiode, dass wir Spätabtreibungen so weit wie möglich eingrenzen wollen -, und dann aber die Familien in ihrer Not alleine lassen. Behinderte Kinder, schwerbehinderte Kinder können für die betroffenen Familien viel, viel Kraftanstrengung bedeuten, zum Teil mehr Kraft, als diese Familien zur Verfügung haben. Und da muss von Seiten der Gesellschaft und des Staates alle mögliche Hilfe geboten werden.

domradio.de: Es gibt viele Eltern, die sich ihren Kinderwunsch mit einer künstlichen Befruchtung erfüllen und auch auswählen wollen. Befürchten sie nicht eine noch größere Abwanderung von Eltern etwa nach Tschechien, wenn man dort einfach einen Termin machen kann?
Flachsbarth: Ich kann das nicht ändern, dass Eltern dann möglicherweise ins Ausland fahren würden. Aber aus meinem christlichen Selbstverständnis heraus, aus meinem Verständnis des Grundgesetzes heraus - nämlich dass die Würde des Menschen unantastbar sei, dass letztendlich eine Diskriminierung aufgrund von Behinderungen auf jeden Fall auszuschließen sei - verbietet es aus meiner tiefsten Überzeugung, dass wir so etwas wie PID tatsächlich zulassen würden. Ich bin davon überzeugt, dass ein Mensch - egal wie mit Schäden behaftet - ein Geschöpf Gottes ist und von Gott geliebt wird. Und ich bin auch der Meinung, dass jedes Kind das Recht hat, von seinen Eltern so angenommen zu werden, wie es nun mal ist.

Das Gespräch führte Monika Weiß.

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