10.12.2010

EKD-Auslandsbischof erinnert an politische Gefangene Nobelpreisverleihung ohne Liu Xiaobo

"Dass ein Mensch wegen seiner politischen Auffassung eingesperrt wird", sei unerträglich. Dieser Meinung ist Auslandsbischof Martin Schindehütte. Heute bekommt der Chinese Liu Xiabao für seinen langen und gewaltfreien Kampf für Menschenrechte den Friedensnobelpreis verlieren, allerdings kann er die Auszeichnung nicht entgegen nehmen. Denn er sitzt in Haft.

Liu ist seit Dezember 2008 in Haft und wurde vor einem Jahr wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.

China kritisierte Entscheid des Nobelkomitees
Der 54 Jahre alte Publizist gilt als der einflussreichste Dissident Chinas. Die Volksrepublik kritisierte die Entscheidung des norwegischen Nobelkomitees scharf. Den Ländern, deren Vertreter der Verleihungszeremonie in Oslo beiwohnen werden, drohte China mehrfach mit Konsequenzen.

Es ist das erste Mal in der Geschichte des Friedensnobelpreises, dass niemand die Auszeichnung entgegennimmt. Freunde und Verwandte Lius wurden an der Ausreise aus China gehindert, seine Frau steht unter Hausarrest. Das Geld, die Medaille und die Urkunde, die mit der Auszeichnung verbunden sind, wird das Nobelpreiskomitee aufbewahren.

Internationaler Tag der Menschenrechte
Die Auszeichnung ist mit rund einer Million Euro dotiert und erinnert an den Preisstifter Alfred Nobel. Der Nobelpreis wird immer am 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte, verliehen.

Zum Tag der Menschenrechte erinnerte der evangelische Auslandsbischof Martin Schindehütte an die politischen Gefangenen, die wegen ihres Einsatzes für die Meinungsfreiheit weltweit in Gefängnissen sitzen. Zugleich lobte er das Engagement chinesischer Bürgerrechtler für die politische Weiterentwicklung der Volksrepublik. Es sei unerträglich und nicht hinzunehmen, "dass ein Mensch wegen seiner politischen Auffassung eingesperrt wird, zumal wenn er seine Auffassung ohne Gewalt vertritt", sagte Schindehütte.

Der Tag der Menschenrechte erinnert an die Annahme der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948 durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen.

Zu Lius Freundeskreis gehören auch überzeugte Christen
Der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland erinnerte an den inhaftierten chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo. Zum engsten Freundeskreis um den Bürgerrechtler, der 2009 zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, gehörten auch überzeugte Christen.

Das Eintreten dieser Männer und Frauen für die politische Weiterentwicklung der Volksrepublik China verdiene vollsten Respekt. "Ihr Engagement ist dringend nötig für eine moderne, freiheitliche und demokratische Gesellschaft in China, in der Meinungs- und Religionsfreiheit anerkannt sind und niemand wegen seiner politischen Überzeugung verfolgt oder eingesperrt wird", sagte Schindehütte.

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