30.10.2010

Entwicklungsminister Niebel besucht erstmals Südamerika Bolivien, Peru und Kolumbien

Entwicklungsminister Dirk Niebel ist zu seiner ersten Südamerikareise aufgebrochen. Im Mittelpunkt der neuntägigen Reise soll auch das Thema Armutsbekämpfung stehen. Genau hierfür hatte sich der FDP-Politiker in dieser Woche anlässlich seiner einjährigen Amtszeit Kritik der Kirchen gefallen lassen müssen.

"Lateinamerika ist ein wichtiger Partner für Deutschland und Europa beim Klimaschutz und der Erhaltung der Artenvielfalt, dem internationalen Handel und der Sicherheitspolitik", sagte Niebel am Samstag (30.10.2010) vor seiner Abreise.

In Bolivien sei die Schere zwischen Arm und Reich die größte in Lateinamerika. Das Schwerpunktland der deutschen Entwicklungshilfe ist der ärmste Andenstaat. Gleichzeitig durchlaufe das Land seit der Wahl des Sozialisten Evo Morales zum ersten indianischen Präsidenten einen Umbruchprozess von "historischem Ausmaß". So werde auch die Umsetzung der neuen Verfassung Thema des Bolivien-Besuchs sein.

Peru und Kolumbien
"Peru zeichnet sich durch eine positive wirtschaftliche Entwicklung aus", sagte Niebel weiter. Auf der Reise soll es um ländliche Entwicklung und den Schutz von Naturressourcen gehen. "Ein weiteres wichtiges Thema wird die Versöhnung und Vergangenheitsbewältigung sein." Gemeinsam mit Präsident Alan García wird Niebel an der Grundsteinlegung für eine Gedenkstätte für die Opfer des blutigen Konflikts zwischen Guerilla und Regierung teilnehmen. Bei dem Bürgerkrieg in den 80er und 90er Jahren wurden über 70.000 Menschen getötet.

In Kolumbien soll die deutsche Entwicklungshilfe ausgeweitet werden. Bisher war Deutschland in der Krisenprävention und der Friedensarbeit tätig. Künftig werde der Bereich Umweltschutz dazukommen, sagte Niebel. Dieser steht im Mittelpunkt des Kolumbien-Besuchs ebenso wie die Menschenrechtssituation und das Thema Rechtsstaatlichkeit. In Kolumbien herrscht seit über 45 Jahren ein Bürgerkrieg zwischen Armee, Rebellen und Paramilitärs. Vertreter von Menschenrechtsorganisationen, Juristen, Gewerkschaftler und Journalisten werden bedroht und getötet.

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