Türkei: Pauluskirche in Tarsus soll wieder Gotteshaus werden

Mündliche Zusage

Es gibt auch noch gute Nachrichten für die Katholische Kirche: In den Streit um die Pauluskirche im türkischen Tarsus kommt Bewegung. Das Ministerium für Tourismus und Kultur in Ankara hat entschieden, die Museumskirche dauerhaft für Gottesdienste freizugeben. Es gibt allerdings nur eine mündliche Zusage.

 (DR)

Der bischöfliche italienische Pressedienst SIR berichtet am Mittwoch unter Berufung auf den Vorsitzenden der Türkischen Bischofskonferenz, Bischof Luigi Padovese, es gebe bislang allerdings nur eine mündliche Zusage des Ministeriums, die, so Padovese mit «gebotener Klugheit» zu behandeln sei.

Padovese sprach von einem Schritt vorwärts in der langen Auseinandersetzung zwischen der katholischen Kirche und türkischen Behörden. Man müsse jedoch warten, bis alles «Schwarz auf Weiß» vorliege. Positiv bewertete der Bischof den Einsatz des neuen türkischen Botschafters beim Heiligen Stuhl in dieser Angelegenheit. Der neue diplomatische Gesandte der Türkei, der ehemalige Philosophieprofessor Kenan Gürsoy, hatte im Januar seinen Dienst beim Vatikan angetreten.

Padovese verwies darauf, dass der türkische Staat unterdessen auch die syrisch-katholische Kirche in seiner Bischofsstadt Iskenderun restauriert habe. Das Gotteshaus war nach seinen Angaben zuletzt als Erotik-Kino genutzt worden. Die erneute Weihe als Kirche werde Anfang Juni stattfinden, sagte Padovese dem Pressedienst.

Die Kirche in Tarsus, dem Geburtsort des Apostels Paulus, war während des vergangenen Paulusjahres der katholischen Kirche vorübergehend für Gottesdienste geöffnet worden, diente seitdem aber wieder als Museum. Auch die katholische Kirche in Deutschland hatte die Türkei mehrmals aufgerufen, eine dauerhafte Nutzung der Kirche als Gotteshaus zu erlauben. Anfang Januar sprach sich das staatliche Religionsamt in der Türkei in diesem Sinn aus.