18.01.2008

Nachrichtenarchiv 18.01.2008 07:25 Milingo kündigt neue Bischofsweihen in den USA an

Der exkommunizierte Erzbischof Emmanuel Milingo will offenbar weitere Bischöfe weihen. Er plane fünf neue Ordinationen in den USA, sagte der 77-jährige sambische Erzbischof laut Tageszeitung "Il Messaggero" (Online-Dienst vom Donnerstag) in Rom. In Italien stünden keine Weihen auf dem Programm.
Der ehemalige Oberhirte von Lusaka war vor einer Woche nach Rom zurückgekehrt, um sein Buch "Bekenntnisse eines Exkommunizierten"
vorzustellen. Nach eigenem Bekunden wollte er auch einen Kongress verheirateter Priester vorbereiten. Milingo hatte sich durch die unerlaubte Bischofsweihe von vier verheirateten Männern im September
2006 laut Kirchenrecht automatisch von der Gemeinschaft mit dem Papst getrennt.
Milingo sagte, er wolle keine neue Kirche schaffen: "Wir haben das Recht, in der katholischen Kirche zu bleiben, weil sich Ehe und Priesteramt nicht widersprechen." Der Erzbischof wird mit den Worten
zitiert: "Die verheirateten Priester fangen an zu zittern, sobald sie nur das Wort Vatikan hören." Zu der Buchpräsentation in einer römischen Buchhandlung erschien Milingo laut "Messaggero" im Bischofsgewand und begleitet von seiner Frau, der Koreanerin Maria Sung.
Trotz erlittener "Verfolgungen" fühle er sich als Mitglied der katholischen Kirche, sagte Milingo weiter. Er hoffe, dass alle verheirateten Priester der Welt, nach seiner Auffassung 150.000, gemeinsam mit ihren Frauen in die Kirche zurückkehren könnten.
Der Erzbischof war seit seiner Abberufung von der Leitung des Erzbistums Lusaka als Sondergesandter im vatikanischen Migrantenrat tätig. 2001 geriet er durch die Teilnahme an einer Massenhochzeit der Moon-Sekte mit Maria Sung in die Schlagzeilen.