19.12.2007

Nachrichtenarchiv 19.12.2007 12:03 ai begrüßt UN-Resolution für weltweiten Hinrichtungsstopp

amnesty international (ai) hat die Resolution der UN-Vollversammlung für einen weltweiten Hinrichtungsstopp begrüßt. Die Entscheidung sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer Welt ohne Todesstrafe, teilte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Berlin mit. Jetzt müsse es darum gehen, den Hinrichtungsstopp umzusetzen. Die UN-Generalversammlung hatte sich am Dienstag mit deutlicher Mehrheit für einen weltweiten Hinrichtungsstopp ausgesprochen.
105 Mitgliedstaaten stimmten dafür und 54 dagegen, darunter die USA, China und der Iran. 29 Staaten enthielten sich.
Die Entschließung ist zwar rechtlich nicht bindend. Nach Ansicht von ai hat sie aber moralisches Gewicht und bringt die Meinung der Mehrheit der internationalen Gemeinschaft zum Ausdruck. Die Organisation setzt nach eigenen Angaben darauf, dass die Resolution den Druck auf jene Staaten erhöht, die die Todesstrafe noch anwenden. Als ersten Schritt auf dem Weg zur Abschaffung sollten diese Staaten ab sofort keine Hinrichtungen mehr durchführen.
Der Resolutionsentwurf war von der Europäischen Union und 60 weiteren Staaten eingebracht worden. Zwei Mal zuvor - 1994 und
1999 - waren entsprechende Initiativen in der Generalversammlung gescheitert. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon würdigte den jetzt gefassten Beschluss als "mutigen Schritt der internationalen Gemeinschaft".
ai beobachtet nach eigenen Angaben seit Jahren weltweit einen Trend zur Abschaffung der Todesstrafe. 88 UN-Mitglieder hätten sie bereits abgeschafft, 42 Staaten wendeten sie derzeit nicht an. Lediglich 62 Mitgliedsstaaten hielten an der Todesstrafe fest. Allerdings lebe ein Großteil der Weltbevölkerung noch immer in Ländern, in denen es die Todesstrafe weiterhin gebe. Weltweit sitzen laut ai derzeit mehr als 20.000 Menschen in Todeszellen.
2006 seien mindestens 1.591 Menschen hingerichtet worden.