26.11.2007

Nachrichtenarchiv 26.11.2007 12:13 Keine Papstaudienz für Dalai Lama

Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, wird im Rahmen seines Italienbesuchs im Dezember nicht von Papst Benedikt XVI. in Audienz empfangen. Wie die Tageszeitung "La Repubblica" am Montag unter Berufung auf einen Vatikansprecher berichtete, zog der Heilige Stuhl seine bislang nur inoffiziell gegebene Zusage zu einem Treffen zurück. Der Papst bricht damit eine von seinem Vorgänger Johannes Paul II.1980 begründete Tradition von Begegnungen mit dem Dalai Lama. Noch im Herbst vergangenen Jahres war es zu einem aus diplomatischen Gründen offiziell als "private Begegnung" ausgewiesenen Treffen zwischen Benedikt und dem im indischen Exil lebenden Dalai Lama gekommen. China hatte nach der Ankündigung der ursprünglich für den 13. Dezember geplanten Audienz gegen den Empfang im Vatikan protestiert. Das Pekinger Außenministeriums hatte betont, eine entsprechende Begegnung würde in der Volksrepublik als "Beleidigung" aufgefasst. Ein Sprecher des Ministeriums forderte den Vatikan dagegen zu "konkreten Initiativen für eine Verbesserung der Beziehungen zu China" auf.
Der Dalai Lama wird bei seiner Italienvisite Anfang Dezember mit Parlamentspräsident Fausto Bertinotti sowie den Bürgermeistern von Rom und Mailand, Walter Veltroni und Letizia Moratti, zusammentreffen. Teile des Parlaments fordern nach dem Vorbild des Gesprächs zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Religionsführer in Berlin zudem eine Begegnung mit Ministerpräsident Romano Prodi.