13.11.2007

Ein Besuch in der Communauté - domradio-Menschen unterwegs Das Geheimnis von Taizé

Jeden Samstagabend überträgt das domradio die Lichterfeier der Brüder in Taizé und tausende domradio-Hörer laden sich das Gebet anschließend auf ihre Rechner. Grund genug einmal selber nach Taizé zu fahren: wie leben die Brüder? Was ist das Geheimnis von Taizé - dass es jedes Jahr 100 000 Jugendliche dorthin zieht? domradio Redakteurin Angela Krumpen war in Taizé und hat mit vier Brüdern, darunter auch Frère Alois, dem neuen Prior und Nachfolger von Frère Roger, gesprochen. Über Taizé, das Leben in der Gemeinschaft, den Tod von Frère Roger und ihren eigenen Weg in die Communauté.

Frère Haniol aus Korea hat die Communauté von Taizé in der kleinen Fraternität in Seoul kennen gelernt. Frère Andreas ist mit den Brüdern aus Taizé bei einem großen Europäischen Jugendtreffen in Deutschland in Kontakt gekommen. Beides - die Fraternitäten in aller Welt und die jährlichen Jugendtreffen prägen bis heute die Gemeinschaft in Taizé. Ökumenische BruderschaftTaizé gilt als Symbol der ökumenischen Bewegung. Der kleine Ort nahe dem südburgundischen Cluny ist Sitz einer ökumenischen Bruderschaft, die zum Treffpunkt für Jugendliche aus der ganzen Welt wurde. Ihr gehören ungefähr 100 Brüder aus mehr als 25 Ländern an, die aus der katholischen und aus verschiedenen evangelischen Kirchen stammen. Mehr als 30 Ordensbrüder leben in verschiedenen Elendsvierteln der so genannten Dritten Welt.Seit im August 1974 Zehntausende zu einem "Konzil der Jugend" nach Taizé kamen, veranstalten die Brüder regelmäßig Jugendtreffen in allen Teilen der Welt. Ein Mal im Jahr findet über Silvester in einer europäischen Großstadt ein Treffen statt. Geleitet wird die Bruderschaft von dem deutschenKatholiken Frere Alois (Löser). Er wurde 2005 Nachfolger des ermordeten protestantischen Gründers Frere Roger (Schutz, 1915-2005).Solidarität mit den Armen und RechtlosenDer gebürtige Schweizer Schutz hatte Taizé erstmals 1940 besucht. Er gründete dort 1944 eine geistliche Gemeinschaft, die sich die Aussöhnung zwischen den Konfessionen, die europäische Verständigung und einen einfachen Lebenswandel zum Ziel setzte. 1949 legten sieben Männer aus Kirchen der Reformation Ordensgelübde ab. Sie versprachen Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Die größer werdende Gemeinschaft, die bald Freunde in unterschiedlichen Kirchen und zahlreichen Ländern Europas hatte, weihte 1962 eine moderne "Kirche der Versöhnung" ein, die bis heute der Mittelpunkt von Taizé ist. Die Bruderschaft gründete Niederlassungen in mehreren Ländern und nahm 1969 erstmals katholische Brüder auf. Schwerpunkt der Arbeit ist neben der Ökumene die Solidarität mit den Armen und Rechtlosen in armen Staaten. Hören Sie hier die Sendung domradio - Menschen unterwegs als podcast.