05.11.2007

EU-Bischofskommission COMECE stellt Papier zu Ehe und Familie vor Eine neue Idee: Großeltern-Urlaub

Krippenausbau, Betreuungsgeld, Herdprämie - Familien-Themen standen in den vergangenen Monaten weit oben auf der politischen Agenda. Diskutiert wurde kontrovers, die Katholische Kirche bezog stets Stellung. Nun haben sich Europas Bischöfe zu Wort gemeldet. In einem gemeinsamen Papier mit den Familienverbänden wollen sie Familien auf die Sprünge helfen. Eine Idee: der Betreuungsurlaub für Großeltern.

Die EU-Bischofskommission COMECE hat eine EU-Strategie zur Unterstützung von Paaren und Eheleuten gefordert. In dem gemeinsam mit katholischen Familienverbänden am Montag in Brüssel vorgestellten Dokument schlägt das COMECE-Sekretariat ein Maßnahmenbündel vor, um die Erfolgsaussichten von Ehen zu verbessern. Sie rufen zugleich zu weiteren Hilfen für Familien mit Kindern auf.Zu den Vorschlägen der EU-Bischofskommission gehört unter anderem, einen Großeltern-Urlaub einzuführen. Damit solle älteren Arbeitnehmern die Möglichkeit gegeben werden, bis zu zwei Jahre Auszeit zu nehmen, um an der Erziehung ihrer Enkel mitzuwirken. Es müssten weitere Schritte unternommen werden, um Privat- und Berufsleben miteinander in Einklang zu bringen.Die EU-Bischöfe sprechen sich dagegen aus, bei grenzüberschreitenden Sorgerechts-, Erbschafts- oder Unterhaltsentscheidungen nichteheliche Gemeinschaften mit Ehepaaren gleichzustellen. Die Ehe sei das einzige Rechtsinstitut, das in allen 27 EU-Staaten anerkannt sei. Es müsse vermieden werden, dass EU-Staaten bei grenzüberschreitenden Entscheidungen gezwungen würden, Partnerschaftsformen anzuerkennen, die nicht ihren rechtlichen oder kulturellen Traditionen entsprächen."EU soll Kinderbetreuungseinrichtungen mitfinanzieren"Die EU-Subventionsregeln sollten so geändert werden, dass der Bau von Wohnungen für junge Paare mit niedrigem Einkommen gefördert werden könne, fordert die COMECE weiter. Die EU solle zudem den Bau von Kinderbetreuungseinrichtungen mitfinanzieren können. Die Wirtschaft müsse Anreize erhalten, in Programme zur Unterstützung von Paaren zu investieren. Das Vermeiden von Scheidungen und Trennungen sei das wichtigste Mittel, um Kinderarmut vorzubeugen.Die COMECE plädiert dafür, weitere Studien über das Ausmaß häuslicher Gewalt in der EU durchzuführen und Kampagnen gegen Gewalt in der Ehe zu finanzieren. Daneben müssten im EU-Forschungsbudget Mittel für Untersuchungen über die Bedeutung der Familie und den Wert der Ehe für die Gesellschaft bereitgestellt werden. Mit Blick auf laufende Diskussionen über den zukünftigen Personennahverkehr fordern die EU-Bischöfe, die Auswirkungen des Berufspendelns auf Beziehung und Familie zu untersuchen. Sie plädieren weiter dafür, die Forschung über gemischt-nationale Ehen voranzutreiben. Ziel müsse sein, die besonders hohen Scheidungsraten solcher Paare herabzusetzen.Zu den Maßnahmen, die die EU-Bischofskommission mit Blick auf Familien mit Kindern vorschlägt, gehören ein Verbot brutaler Videospiele, Aufklärungskampagnen über gute Erziehungsformen, Hilfen für Eltern beim Umgang von Kindern mit Handys und Internet sowie bei der Bekämpfung von Übergewicht, Drogen- und Alkoholmissbrauch. Besondere Unterstützungsmaßnahmen schlagen die EU-Bischöfe für Kinder in Migrantenfamilien vor, um deren Integration zu erleichtern.