11.10.2007

Der Streit um einen Gottesdienst bei Radio Bremen spitzt sich zu "Das Funkhaus ist keine Kirche"

Der Streit über den geplanten Gottesdienst zur Einweihung des neuen Rundfunkgebäudes von Radio Bremen am 25. November spitzt sich zu. Während der Intendant einen großen ökumenischen Gottesdienst plant, sieht ein Politiker die Neutralität des Senders gefährdet.

"Ultima Ratio"Um einen Gottesdienst im Funkhaus zu verhindern, könne er sich als "Ultima Ratio" eine außerordentliche Sitzung des Rundfunkrates vorstellen, sagte der Bürgerschaftsabgeordnete Hermann Kuhn (Grüne) am Mittwoch dem epd.Kuhn ist selbst Rundfunkratsmitglied und sieht durch einen Gottesdienst im Funkhaus die Neutralität des Senders gefährdet."Das Funkhaus von Radio Bremen ist keine Kirche, Radio Bremen ist kein christlicher Sender", hatte Kuhn in einem offenen Brief an den Intendanten Heinz Glässgen kritisiert. Kuhn forderte Glässgen auf, "diese Planungen noch einmal zu überdenken". Er warte jetzt zunächst auf eine Antwort des Intendanten. Die Idee, zur Einweihung im neuen öffentlich-rechtlichen Funkhaus einen Gottesdienst zu feiern, stammt von den beiden großen Kirchen."Dadurch wird Radio Bremen nicht zum christlichen Sender""Die Anregung stieß bei Radio Bremen auf offene Ohren", sagte der evangelische Rundfunkpastor Olaf Droste dem epd. Dass der Gottesdienst die Neutralität Radio Bremens gefährden könnte, kann Droste nicht nachvollziehen. "Dadurch wird Radio Bremen nicht zum christlichen Sender." Es sei gut, bei einem historischen Einschnitt wie dem Einzug in ein neues Funkhaus um den Segen Gottes für die zukünftige Arbeit zu bitten.Zur offiziellen Eröffnung plant der Intendant einen ökumenischen Gottesdienst mit hochrangigen Vertretern der beiden großen Kirchen. Kuhn wirft ihm vor, er habe in dieser Frage den Rundfunkrat nicht eingeschaltet, obwohl die Entscheidung das Gremium unmittelbar betreffe. Zu den Mitwirkenden des Gottesdienstes gehören den Planungen zufolge der theologische Repräsentant der Bremischen Evangelischen Kirche, Pastor Renke Brahms, und der katholische Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück).Das neue Funkhaus umfasst eine Fläche von 17.000 Quadratmetern, 400 fest angestellte und 150 freie Mitarbeiter von Radio Bremen sollen dort arbeiten. Die Kosten des Neubaus lagen bei rund 80 Millionen Euro.