09.10.2007

Verlage kämpfen gegen Online-Piraterie Format aller Formate

Auf der Frankfurter Buchmesse vom 10. bis 14.Oktober steht die Digitalisierung im Mittelpunkt der Fachgespräche. Der Direktor der Buchmesse, Juergen Boos, sprach vor Journalisten von einer "Inhaltemesse". Das Buch sei nur einer von vielen Trägern von Inhalten. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, hielt dagegen am Buch als "Oberbegriff" fest. Auch einem Text im Internet oder einem Film liege ein Buch zugrunde, sagte Honnefelder. Das Buch berge alle Formate in sich.

Verlage "schutzlos" gegen Internet-TauschbörsenDas Verlagswesen ist nach den Worten von Boos noch weit von der Musikbranche entfernt, die tragfähige Geschäftsmodelle für das Herunterladen von Musik aus dem Internet etabliert habe. Die Verlage kämpfen aber mit den gleichen Problemen. Die Online-Piraterie bereitet ihnen nach Honnefelders Auskunft große Probleme. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels betonte, solange Verlage rechtlich nicht gegen Internet-Tauschbörsen vorgehen könnten, seien sie "faktisch schutzlos gestellt". Chancen im Netz nutzenIm Verlagswesen stehe die Auseinandersetzung mit der digitalen Welt noch am Anfang, unterstrich der Verleger und Herausgeber des US-amerikanischen Online-Nachrichtendienstes "Publishers Lunch", Michael Cader. Versuche, gedruckte Bücher als E-Book zu digitalisieren, seien spektakulär fehlgeschlagen.Die Chance des Internets für Verleger liege dagegen darin, zur Leserschaft neue Beziehungen zu knüpfen und den Absatz zu fördern. Das kostbarste Gut überhaupt sei Aufmerksamkeit. Diese könne über Internet-Plattformen und -Gemeinschaften erworben werden. Verleger würden dank ihrer besonderen Beziehungen zu Autoren und ihrer Sammlung von Inhalten weiterhin eine bedeutende Rolle spielen.